Eines vorweg: Für mich ist heute ein besonderer Tag. Ich war sehr lange in der Techno-Szene, mehr oder weniger von den Anfängen vom ehemaligen Flughafen Riem, als auf einem DIN-A4-Papier geschrieben – in Druckschrift – stand: „Heute: Westbam“ bis „Duisburg“. Für mich ist auch die Aufarbeitung von „2010“ komplett ungenügend, aber das steht auf einem anderen Blatt.
Hier geht es jetzt darum, daß ich, wenn ich vor genau drei Jahren in Israel gewesen wäre, durchaus auch mir ein Techno-Festival angeschaut haben könnte.
Ich habe schreckliche Bilder gesehen. Sie gehen nicht mehr aus dem Kopf. Meiner Meinung nach waren erklärte Gegner Frauen und Kinder.
Für mich ist eine Verharmlosung oder ein Feiern ein Fall von § 129a StGB – aber mir ist auch bewußt, daß die überwiegende Mehrheit dies anders sieht. Vielleicht zehn Prozent sind wie ich hier kompromißlos.
Warum dies als Vorrede? Weil der „Spiegel“, dessen Ausgabe dieses Datum umfaßt, nicht auf der ersten Seite hat: „Drei Jahre danach. Der Terror der Hamas“, sondern:
- „Wer ist wirklich Autist? Warum die Zahl der Diagnosen steigt. Und was Betroffenen hilft“.
Außerdem, in den drei Spaltenköpfen angeteasert:
- „Kulturbeilage / Die besten Tipps für den Herbst“
- „Berliner Linke / Die Chefin kämpft mit den eigenen Leuten“
- „Robert Habeck / Mit dem Rad durch Kopenhagen“.
Der einst so stolze und auch so anspruchsvolle „Spiegel“ scheint damit auf dem besten Weg zu einer Illustrierten zu sein.
Immerhin kommt das Thema auf Seite 3, „Ihr Sohn Hersh, damals 23, wurde am 7. Oktober 2023 von der Hamas nach Gaza verschleppt. […] Knapp ein Jahr nach seiner Entführung ermordeten ihn die Geiselnehmer in einem Tunnel in Südgaza, als sich israelische Soldaten seinem Versteck näherten.“
Den Leitartikel auf Seite 6, „Privileg für die Privilegierten“ mit dem Untertitel „Die SPD ringt um die Haltung zum Ruhestand nach 45 Beitragsjahren. Wenn sie sozial gerecht sein will, darf sie an dieser Regelung nicht festhalten“. Der ganze Artikel kommt ohne einen Überblick aus, verliert sich im „Klein/Klein“ und einer Gerechtigkeit, die ich nicht nachvollziehen kann. Vor 20 Jahren hätte man die Rente vielleicht noch retten können. Jetzt, durch den demographischen Wandel und die mangelnde Produktivität (Deindustrialisierung, meiner Meinung nach ist Deutschland nach wie vor im freien Fall und die Regierung hat nicht ansatzweise die Dimension der Probleme erkannt), ist es zu spät. Die Rente muß nach meiner Meinung ersatzlos abgeschafft werden. De facto ist sie zu einer weiteren Steuer mutiert.
Seite 8 bis 17 der Titel. Alle Beiträge kommen ohne die Begriffe des sekundären und tertiären Krankheitsgewinns aus. Der Erkenntnisgewinn bleibt niedrig, bei dem Fallbeispiel bin ich komplett ratlos, was es sagen sollte. Ich denke, ich kenne Kinder, die wirklich damit gemeint sein könnten. Beim letzten Spiel, das ich als Schiedsrichter pfiff, sagte ich zu dem Spieler „Noch einmal eine derartige Aktion und ich stelle Dich glatt mit rot vom Platz!“. Seine Reaktion – und die beim vorherigen Foul – war die, die mir zeigte: Hier stimmt etwas nicht im Verhalten, in der Empathie und im Umgang mit anderen. Und zwar etwas grundsätzliches. Egal, ich will hier nicht auch in eine zu kurz greifende Kasuistik abgleiten. Nach meinem Gefühl ging es mit der „Autismus-Spektrum-Störung“ vor etwa einem Jahr los. „ADHS“ läuft langsam aus. Überspitzt könnte man fast sagen: „Autismus ist das neue ADHS“.
Stark ist der Artikel von Eva-Maria Schnurr, eine gewisse Nähe zu einer medizinsoziologischen Herangehensweise ist erkennbar:
Psychische Auffälligkeiten oder das, was eine Gesellschaft als solche definiert, sind immer auch ein Ausdruck gesellschaftlicher Umstände [S. 17]
Somit, was ich immer sage: Im Grunde sagen diese – einmal flapsig von mir als Mode-Diagnosen bezeichnet – mehr über die Gesellschaft aus als über die Betroffenen.
Mir fällt immer eine Ärztin ein, die sich über die Behandlung und Heilung von Freud zur „Hysterie“ lustig machte. Ich erwarte gar nicht mehr, daß das jeder weiß oder wissen kann, aber eine gewisse Grundbildung, auch z.B. zur Thematik „Blinddarm Operationen in Deutschland und den Niederlanden in den 1950er Jahren“ sollte man einfach schon haben.
Seite 19, „Demokratiecheck“, „Minus“. Es sei hier zur Gänze zitiert:
Der AfD-Politiker Ulrich Siegmund will sich im Dezember im Landtag von Sachsen-Anhalt als Ministerpräsident zur Wahl stellen. Ein Rechtsextremist als Regierungschef? Das Szenario rückt immer näher.
Aus der Forschung zu Wählerbewegungen wissen wir, daß die AfD-Wähler nicht aus dem „luftleeren Raum“ kommen. Natürlich könnten jetzt viele frühere Nichtwähler zur Wahl gehen, weil sie die Chance für einen „echten“ Politikwechsel sehen. Im Grunde sind die westdeutschen Parteien zu einer Art „neuen Einheitspartei“ mutiert. Aber es kommen sich auch viele Wähler der AfD aus dem Becken früherer SPD-Wähler oder CDU-Wähler. Waren sie dann auch „rechtsextrem“? Ich habe immer davor gewarnt, den Ausdruck „rechtsextrem“ inflationär zu benutzen. Hier ist mir auch inhaltlich unklar, warum ein Wähler früher „Plus“ war, wenn er eine der neuen Einheitsparteien gewählt hat und jetzt auf einmal offenbar nicht mehr. Ich habe noch viele Diplomarbeiten aus DDR-Zeiten in meinem Fundus, damals gerettet vor der Vernichtung. Es wird langsam Zeit, so denke ich, sie einmal hervorzuholen und die ersten Seiten zu zitieren, in der immer die „Überlegenheit des Sozialismus“ aufgegriffen wurde. Vielleicht sind die Autoren auch einfach zu jung – oder es kam nicht im Geschichtsunterricht und es fehlt an Medienkompetenz. Oder, um es böse zu sagen, die gleiche Medienkompetenz, die fehlt, sich die Gräueltaten der Hamas-Terroristen einmal mit den eigenen Augen anzusehen. Wenn ich Spiegel-Chefredakteur wäre, würde ich alle Mitarbeiter – auch die freien – verpflichten, sich zwei Stunden lang diese Aufnahmen anzuschauen. Ich selbst rede und diskutiere über diese Thematik auch nur mit entsprechend Vorgebildeten. Immerhin war Israel / Palästina für mich der entscheidende Grund, aus „Amnesty International“ auszutreten, denn ich halte diese Organisation für unterwandert. Hierzu sollte einmal geforscht werden, Medienwirkungsforschung, das ist in meinen Augen schon lange notwendig und überfällig.
Seite 20, „Manchester City“, klare Worte von Markus Feldenkirchen – mir war die Problematik auch nicht so bewußt, ich habe sie mir vor einigen Tagen erklären lassen, ich stimme ihm komplett zu mit „Zwangsabstieg in die Kreisliga und die Aberkennung aller ergaunerten Titel sollten es schon sein“.
Seite 21, genau wie ich es vorhergesagt habe: „Die Zahl der Kinderkrankentage soll reduziert werden“. Ich habe immer gesagt: Krieg ist teuer. Die Alternative – also, wenn man dem demographischen Wandel etwas hätte entgegensetzen wollen – wäre gewesen, Selbständigen auch Kinderkrankentage zu gewähren und z.B. 1500 Euro Steuergutschrift zu gewähren. Denn es ist auch nicht einzusehen, warum ich als privatversicherter Selbständiger über meine Steuern die Kinderkrankentage von gesetzlich versicherten Angestellten bezahlen soll. Eigentlich gehört das gesamte Gesetz abgeschafft. Aber ich weiß. Mit meinem dogmatischen Gerechtigkeitsempfinden stehe ich auch alleine auf weiter Flur. Die meisten können das Argument überhaupt nicht nachvollziehen. Und argumentieren mit „Solidarität“.
Seite 22, „Schülerschwund / Der demographische Wandel erreicht die Klassenzimmer schneller als erwartet“. Äh, nein. Das habe ich schon vor 20 Jahren vorgerechnet. Es kam nur anders durch „2015“. Ich würde keine Schulen mehr bauen, keine Erzieherinnen und Erzieher mehr einstellen und auch keine Kinderbetreuungseinrichtungen mehr fördern. Denn, wer Augen hat, der sehe: Alleine in meinem Umfeld gingen in den letzten Monaten eine Handvoll Familien ins Ausland – mit kleinen Kindern. Übrigens Deutsche. Also kein Migrationshintergrund von Seiten der Eltern. Am krassesten war die verbeamtete Lehrerin mit noch nicht schulpflichtigem Kind, die hier alles aufgab und wegzog. Aber ich weiß: Einzelfälle, alles Einzelfälle, alles Verschwörungstheorie. Bis, bis, äh bis es halt dann doch Allgemeinwissen ist. Ich vermute: Noch fünf Jahre. Inzwischen denke ich: Sie sehen es einfach wirklich nicht. Sie lesen und unterhalten sich in „ihrer Blase“. Aber sie gehen eben abends nicht zum Hauptbahnhof und schauen es sich mit den eigenen Augen an: 90 % Ausländer. Man kann auch einfach selbst zählen: Die S-Bahn entlanggehen, alle Telefonierenden anhören und die Sprache zuordnen. Ergebnis: 20 % Deutsch. 0 % Bayrisch. Ich nenne das „rogue science“. Ab und zu, gerade zur Oktoberfestzeit, doch auch 20 % Bayerisch, vor allem in den Stationen etwas weiter außerhalb. Das sind dann aber die Einzelfälle.
Seite 24, „Deutschland unterwandert“, „In der Berliner Linken gibt es ein Problem mit Antisemitismus und eine irritierende Nähe zum Clanmilieu“. Naja, das ist wohl auch ein importierter Antisemitismus, davor habe ich auch schon lange gewarnt, aber alle wußten ja alles besser. Zu Berlin fällt mir nur ein: Sofortige Abschaffung des Länderfinanzausgleichs. Es kann nicht sein, daß ich keinen Kindergartenplatz bekommen habe („Sie haben null Punkte. Sie bekommen nie einen Kindergartenplatz. Und falls Sie klagen: Den werden Sie ablehnen“) und in Berlin dies kostenlos ist und ich über von mir erarbeitete Körperschaftssteuer dies finanziere. Aber wie gesagt: Dieses Gerechtigkeitsempfinden habe nur ich.
Ich denke übrigens, daß es interessante Parallelen zwischen New York und Berlin gibt. Und ich vermute, auch in Berlin wird die Zahl der christlichen Kirchen abnehmen – ähnlich wie in New York. Und ich vermute weiter: Erst wird in New York eine „new zero tolerance“ eingeführt und dann erst in Berlin.
Einige Artikel, die ich nicht aufführen möchte, zum Interview von Timothy Garton Ash fällt mir nur ein, ein Erwähnung von Rotherham hätte nicht geschadet. Ein schönes Beispiel, wenn man mit pattern variables die Wirklichkeit beobachtet und nicht merkt, daß unterhalb des Geflechts der „pattern variables“ sich die Wirklichkeit wegentwickelt hat und man sozusagen die Schatten der Vergangenheit wieder und wieder präsentiert als echte Abbilder. Der 3. Oktober wird genannt, aber nicht der 7.
Seite 36, „Botschaft mit Blut“, „Er kam in Erlangen zur Welt und wurde Leibwächter des Hamas-Chefs“.
Der gesamte Artikel erinnert eher an einen Witz an als Journalismus mit Seins-Aussagen. Der Höhepunkt:
Dessen Lebensweg wirkt auf den ersten Blick wie ein Musterbeispiel gelungener Integration. Abed al G. hat sich vom abgelehnten staatenlosen Asylbewerber aus dem Libanon hochgearbeitet zum Sicherheitsschef einer Flüchtlingsunterkunft. Monatseinkommen: 4550 Euro brutto. Er hat zwei Kinder mit einer Muslima.
Weiter erfährt man, er habe einen deutschen Paß und unternahm im Jahr 2025 „40 Flugreisen“. Wie können diese finanziert werden bei diesem Gehalt? Ein Artikel, den ich übersprungen habe, beschäftigt sich mit dem MAD. Man weiß wirklich nicht mehr in diesem Land, wo man eigentlich zuerst anfangen müßte beim Wiederaufbau zielführender und effizienter staatlicher Strukturen. So etwas muß doch sofort auffallen! Denkt man sich zumindest. Und wofür werden eigentlich die gesamten Passagierdaten erfaßt? Ich sage auch immer: Datenerhebung ist das eine, irgend einer muß das alles auch auswerten – und eine saubere Datenauswertung ist aufwendiger als die meisten denken.
Denn wer hat es herausgefunden? Eines ist offenbar klar, nicht .de:
Schon im Juni 2025 hat der Verfassungsschutz Hinweise eines ausländischen Geheimdienstes erhalten […] [S. 37]
Fassungslos, wirklich fassungslos mußte ich lesen:
Falls Hamas-Terroristen damals tatsächlich Anschläge in Deutschland vorbereiteten, wie es die Anklage ihnen vorwirft, dann haben sie nun ein Problem: Sie verfügen zwar über Pistolen. Die passenden Patronen aber sind versenkt. [S. 37]
Gibt es denn nicht einen einzigen Korrektor oder Ressortchef, der da einmal darüberliest und den Absatz streicht?
„Fefe“ würde sagen „wartet, wird noch besser“:
Der im Libanon geborene Borhan El-K. lebt seit mehr als 30 Jahren in Dänemark. Wegen eines Traumas aus dem libanesischen Bürgerkrieg erhält er dort eine Frührente […] [S. 38]
Ich war einmal in Guatemala bei den Pyramiden und traf dort auf einen 29-jährigen schwedischen Frührentner, der immerhin so fit war, sich im guatemaltekischen Dschungel zurechtzufinden und mit uns in einer Hängematte zu übernachten – man schläft dort aus Sicherheitsgründen nicht auf dem Boden. Gut, egal, ich am damals mit relativ wenig Lebenserfahrung auf einen Gedanken, den 80 % der Schweden damals nicht hatten: „Der schwedische Sozialstaat wird untergehen“. Einige Jahre später war es dann soweit. Dann begann allerdings, was die Schweden inzwischen auch lernen mußten, ein anderes Extrem, was mit dem Mord an Elin Krantz endete. Ein Fall, den in Deutschland übrigens kaum einer kennt. Ihr Bild wurde damals an vielen Orten gezeigt und ich habe an viele Organe geschrieben, daß sie auch eine Würde hat – auch als Tote – und so sicher nicht hätte gezeigt werden wollen.
Gut, ich komme vom Thema ab, weiter zu dem Artikel. Auf einmal gibt es doch „718 Schuss Munition“ [ebd.] Da denke ich mir immer, ist es wirklich gut, wenn vier Autoren an einem Artikel schreiben? Später ist auch noch von dem Bulgaren „Mohammad S.“ zu lesen. Der arbeitet offenbar auch für den deutschen Verfassungsschutz.
Etwas positives: Seite 39, „Tag der Hobbyermittler“, „In Halle an der Saale hat die Polizei erstmals Bürger ungelöste Kriminalfälle untersuchen lassen“. Hut ab und auf. Ich bin sowieso ein großer Fan von Halle, nicht nur wegen der Himmelsscheibe. Die Stadt gefällt mir von mal zu mal besser. Weiter so! Und auch vielen Dank an die Autorin, dieses Thema einmal aufgegriffen zu haben.
Seite 40, „Sie wollen Landarzt werden – aber nicht so“. Verzwickt. Ich bin ein Freund von „pacta sunt servanda“ und wenn da „Kinderarzt“ steht, dann bleibt es beim Kinderarzt. Wenn sich „die Bedarfe“ ändern, kann man ja noch einmal reden. Aber wenn es hart auf hart kommt zählt die Abmachung (inzwischen hat das Gericht aber geurteilt und der Student hat wohl verloren, ich bin nicht sicher).
Seite 43, „In Bayern präsentierte die Bundesforschungsministerin den größten Meteoriten Deutschlands. Damit begann der Ärger“. Naja, der größte Gefundene. Schade um den Ärger.