Am 9.4. waren wir in Macerata, im Teatro Lauro Rossi.

Die Hinfahrt verlief noch relativ unspektakulär – da wußten wir noch nicht, daß einige Stunden vorher ein Unfall auf unserer Strecke passiert war.

Hier das Programm:

Wolfgang Amadeus Mozart
Concerto per pianoforte e orchestra n. 20 in re min., K. 466

Felix Mendelssohn-Bartholdy
Ouverture Das Märchen von der schönen Melusine (La bella Melusina), Op. 32
Concerto per pianoforte e orchestra n. 1 in sol min., Op. 25

Der ursprünglich vorgesehene Pianist Louis Lortie übernahm, eigentlich war Alexander Lonquich vorgesehen.

Das Haus war gut besucht. Im Rang fast alle Plätze besetzt, die ersten zwei Balkonreihen auch, darüber einige Balkone leer.

Es gab eine Ansage auf italienisch über die neue Besetzung.

Der Pianist war zugleich Dirigent. Er war hochkonzentriert und man spürte das Feuer und die Freude.

Das Orchester bestand aus acht Frauen und 26 Männern. Die Sitzordnung war wohl durchdacht und das Gesamtbild vor einem schwarzen Vorhang wirkte sehr gediegen.

Nach dem Mozart war eine Pause.

Die Ouverture wurde nur dirigiert, hier spielte der Pianist nicht.

Dann der Höhepunkt in meinen Augen. Das Mendelssohn-Klavierkonzert, ganz stark. Ich kenne es in- und auswendig, warum eigentlich, ist mir etwas unklar. Das Tempo war zügig. Aber nicht verhuschelt. Ganz stark, wie der Pianist an manchen Stellen ganz leicht einzelne Noten verzögerte. Das Orchester unisono, das wurde viel geübt, das wurde sehr deutlich.

Sehr viel Applaus.

Als Zugabe noch ein Klavierstück von Mozart, ein sehr spätes Stück, die ersten Teile könnten meiner Meinung auch von Beethoven sein, hierzu hatte ich schon einige Diskussionen.

Alles auswendig gespielt vom Pianisten.

Zwischendurch, an einem stillen Moment, hörte man tiefe Stimmen von außen. Wohl von der Party einige Häuser weiter, wie wir nach dem Auftritt feststellten.

Die Stadt war – trotz unter der Woche – noch sehr gut auf den Beinen.

Dann wieder gefahren, nachts, über Land. Noch getankt, für 2,059 – Diesel – die Preise blieben in den letzten Tagen sehr konstant, von der veränderten geopolitischen Großwetterlage war nichts zu bemerken.

Und dann – auf einmal, aus dem Nichts – wäre mir fast ein Bub, der von zwei anderen (oder mehreren) gefagt wurde – vor das Auto gerannt. Nachts, kurz vor Mitternacht. Er kam von rechts, lief auf die Straße zu, Vollbremsung.

Dann drehte er irgendwie ab und auf einmal merkte ich bei ihm und den hinteren ein Lachen.

Ein makabrer Scherz von Jugendlichen. Alle dunkel gekleidet, komplett schwarz.

100 m später blieb ich stehen und beobachtete im Rückspiegel, wie ein anderes Auto auch stehenblieb – und ihnen wohl die Leviten las.

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