Wieder einmal war ich im Museum in Halle.
Dieses Mal aber auch in Nebra und ich habe mich über den Fundort informiert. Wir sind in der Nähe der „Arche“ gewesen und in der Nähe des direkten Fundorts. Die Gegend ist bemerkenswert flach. Es ist nicht die einzige Anhöhe weit und breit, aber es ist überschaubar.
Die These, die „Himmelsscheibe“ sei in einem kultischen Ritus vergraben worden, teile ich nicht. Für mich sieht es eher nach einer Flucht aus.
Für mich ist dieses Artefakt einer der bedeutendsten archäologischen Funde überhaupt – weltweit.
Seit langem setze ich mich mit der „Himmelsscheibe“ auseinander.
Inzwischen auch sehr mit der Rückseite. Denn die „Intarsien“ sieht man auf der Rückseite nicht. Sie ist auch ein Meisterwerk von der Ausführung her, nicht nur vom Inhalt.
Und für mich hat es schlagartig bedeutet, daß die Geschichte, wie sie für Deutschland überliefert wurde – in erster Linie von den Römern, so nicht stimmen kann.
Ein Volk, das kein Wort für „Fenster“ hatte („fenestra“) und für „Türe“ („tyra“), war aber doch in der Lage, dies anzufertigen?
Und wo ist eigentlich die Höhle, in der die Menschen damals gelebt haben?
Nach meiner Meinung:
- wurde sie hastig vergraben – um sie zu sichern
- haben die „Grabbeigaben“ nichts damit zu tun, die Schwerter mögen dort mit Absicht vergraben worden sein, vielleicht auch als Grab – oder sie wurden auch gesichert.
- die Frage ist, ob die Gegend damals bewaldet war. Jetzt sind es nur abgeerntete Felder und es ist mehr oder weniger knochentrocken.
Bei meinem ersten Besuch hatte ich komplett die Fresken im Treppenhaus übersehen. Offenbar stammen sie aus den frühen 20er Jahren, sind somit komplett unverdächtig in Bezug auf NS-Ideologie. Der beschreibende Text ist auch top. Es sind Fresken aus germanischen Mythen und Sagen. Leider fehlt inzwischen das „Yggdrasil“-Bild. Es wurde offenbar übermalt. Das Gebäude scheint den Krieg aber überstanden zu haben, wie wohl generell dieser Teil von Halle. Jedenfalls plädiere ich dafür, daß z.B. Kunststudenten bei den Treppenaufgängen den ursprünglichen Zustand wiederherstellen. Außerdem sollte der Bereich mit einer Glasplatte abgedeckt werden, so daß Kinder hinlangen können. Es ist mir unbegreiflich, wie ein Museum, bei dem viele Kinder zu Besuch kommen sollen, lieber viele Schilder mit „nicht berühren“ aufstellt, als das Problem sauber zu lösen und mit einer Glasplatte den relevanten Bereich abzudecken.