In meinen Augen wird inzwischen zuviel IT eingeführt.

Bei vielen Kunden werden Systeme eingeführt, der Anbieter versprach, daß „die App“ das schon können würde.

Wenn ich später ins Spiel komme und frage: Wo ist der Source-Code der App? Wie kann man die Daten exportieren? – ist es meistens schon zu spät.

Jetzt habe ich wieder einen Kunden, wo eine App rückabgewickelt werden soll. Das Einpflegen der Daten hatte sich als zu aufwendig herausgestellt. Die Pflege im laufenden Betrieb ebenso. Versprochene Funktionen gingen nicht, z.B. Benachrichtigungen. Andere, beim Kauf versprochene Funktionen, wurden nie realisiert, z.B. der automatisierte Abgleich mit Drittdatenbanken.

Meine erste Frage ist: Was sollte denn mit der App überhaupt erreicht werden? Wer sollte die Daten einpflegen?

Also versuche ich zu retten, was zu retten ist.

Das bedeutet: Zurück auf Start. Ist denn eine App unbedingt notwendig? Was sind denn die Ziele? Wie genau sollen diese erreicht werden? Wie ist der Prozeß? Was ist am allerwichtigsten, was halbwegs wichtig, was ein Zuckerl?

Oft empfehle ich: Muß man dies mit einem proprietären Tool eines Drittanbieters machen?

Reicht nicht eine OpenOffice-Tabelle? Die kann ein gut eingearbeiteter Mitarbeiter warten und es fallen keine laufenden Kosten an.

Außerdem muß nicht ständig irgendwo ein Server laufen, den man auch wieder warten muß, bezahlen muß, bei Vertragsende sauber löschen muß (wie oft habe ich auf neu gemieteten Servern Daten vom vorherigen Kunden lesen können) etc. pp.

In meinen Augen sollte bei Anschaffungen von der Leitungsebene stärker auf Folgekosten geachtet werden. Und Ausstiegskosten. Außerdem fehlt oft komplett eine Risikoanalyse: Was für Daten liegen eigentlich wo? Was machen wir bei einem Ausfall?

Weniger IT ist oft bessere IT.

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