Was ist „Wero“ – der neue Bezahldienst – und wie funktioniert es?

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Immer mehr meiner Kunden greifen Themen aus der „IT-Sicherheit“ auf.

Dazu gehört natürlich auch die Art und Weise: Wie wird bezahlt?

Wenn man sich den deutschen Bankensektor ansieht – oder auch den bayerischen – kann man aus volkswirtschaftlicher Sicht sich nur noch fragen, wie es so weit kommen konnte und wer verantwortlich dafür ist.

Die neueste Entwicklung: Letztlich soll „Wero“ ein Konkurrent von „PayPal“ werden.

Ein nationales Bezahlsystem.

Meiner Meinung nach komplett überfällig. Aber ganz offensichtlich jahrelang in der Politik nicht „Chefsache“. Bei mir wäre das anders, siehe ff.

Nun, wir erinnern uns:

  • es gab die „Geldkarte“. Damit konnte man z.B. beim MVV bezahlen in den Bussen. Das System wurde mehr oder weniger klanglos beerdigt. Ich habe das nie verstanden. In die Sicherheit der Geldkarte habe ich mich allerdings auch nie selbst eingearbeitet. Es war allerdings intransparent, wieviel nun die Karte als konkreten Betrag enthielt. Man hätte das System überarbeiten müssen, daß man z.B. mit einer App den aktuellen Stand feststellen kann. In meinen Augen hätte die „GeldKarte“ nie beendigt werden dürfen, sondern im Gegenteil aus Gründen der „nationalen Sicherheit“ weiterbetrieben werden müssen. Denn sie war leicht zu bedienen, Kinder- und altenfreundlich. Hier rächst sich in meinen Augen – wie oben aufgeführt, daß Deutschland ganz offensichtlich keine „nationale Banken-Strategie“ mehr hat. Sonst hätte man die Postbank (deren Privatisierung ich rückgängig machen werde, wenn ich dies entscheiden kann, wie an anderer Stelle ausgeführt) hiermit beauftragen können, die „GeldKarte“ entsprechend aufzuwerten.
  • „paydirekt“, später „Giropay“. Auch dies habe ich ausprobiert, auch für Kunden von mir. Das System konnte sich nicht durchsetzen. Und wurde inzwischen auch beerdigt.

Nun, wir leben ja in einer Zeit, in der offiziell „alles bestens“ ist, die Wirtschaft „wächst“ und „alles gut“ sein soll. Mir fehlen dafür die empirischen Belege, aber ich bin es müßig, ständig darauf hinzuweisen. Oder bei bestimmten Themen immer und immer wieder zu sagen: „Leute, da müßtet ihr tätig werden“. In meinen Augen sind zu viele Claqueure in Leitungspositionen. In einer Leitungsposition sollte in meinen Augen jemand sein, der sich in der Thematik auskennt, über den Tellerrand schauen kann und eben nicht nachgibt, sondern pareto-optimal handelt. Wie ein Kollege auch neulich sagte, der das Problem erkannt hat: „Ich will keine Ja-Sager“.

Testweise für Kunden habe ich „Wero“ ausprobiert. Es geht über einen Matrix-Code, den man mit der Mobiltelefon-Kamera scannen muß, dann wird man auf einen Link weitergeleitet und kann die teilnehmende Bank auswählen. Ich habe zwei Banken (willkürlich, wie gesagt, dies ist keine Werbung) getestet:

  • bei der „DiBa“: Man müßte seine Kontaktliste komplett freigeben. Davon rate ich aus Sicherheitsgründen seit jeher ab. Aber mir ist auch bewußt, diese Sensibilität haben nur sehr wenige. Aber IT-Sicherheitsleute sind sich hier meines Wissens nach relativ einig. Ich weiß nicht, wie das durch die „Compliance“-Abteilung durchrutschen konnte. Würde ich es begutachten müssen, würde ich sagen „bitte nachbessern“.
  • Bei der „Deutschen Bank“: Hier muß man den kompletten Kontozugriff freigeben. Da frage ich mich auch, wer macht dies – außer im Business-Bereich oder bei einer gewissen Naivität? Man kann auch kein Limit einstellen oder einstellen „nur eingehend, aber nicht ausgehend“.

Also, ich frage mich, wer

  • das Konzept erstellt hat
  • das in „real life Szenarien“ getestet hat
  • die Aufsichtsbehörde das so genehmigen konnte
  • der Vorteil gegenüber „PayPal“ liegt? Denn da muß ich nicht meine Kontakte freigeben oder den Kontozugriff auf mein Girokonto freigeben.

Wie soll dieses Produkt konkurrenzfähig sein?

Wie ist es überhaupt möglich, daß ein derartiges Produkt in dieser Form auf den Markt kommt und dann – ohne Zwang – sich hier durchsetzen soll?

Ich sehe hier ein Forschungsprojekt und würde mich über eine Finanzierung freuen. Als einen der ersten Aspekte würde ich mir die Finanzierung ansehen. Meine Vermutung ist, daß nicht unerhebliche Fördermittel geflossen sind, letztlich Steuergeld.

Meine VWL-Professorin (es gab nur eine, deshalb schreibe ich das so, ansonsten in BWL und VWL nur männliche Professoren) war, wie schon in vielen Artikeln und Schriften von mir erwähnt, komplett gegen jede Form von Subvention. Mehr und mehr neige ich ihrer Position zu. Letztlich ist es eine Form von Umverteilung: Am Markt erfolgreiche Unternehmen („Netto-Steuerzahler“) finanzieren damit eventuell ihre eigene Konkurrenz.

Das kann in einer freien Marktwirtschaft nach meiner Einschätzung nicht gutgehen.

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