Jeden Tag, wirklich jeden Tag erlebe ich als Fußgänger und Radfahrer, wie sich Autofahrer gegenseitig anhupen.
Erst gestern wieder an der Bushaltestelle, ich erschrecke, gestikuliere zu dem Huper (eine Frau mit Beifahrer) „was soll das?“ und er beschwichtigt und deutet auf den Autofahrer vor ihm, der seiner Ansicht nicht schnell genug losgefahren ist.
Ich halte dieses Hupen für eine glatte Nötigung. Vor allem beim Abbiegen, denn:
Das Urteil halte ich an sich für richtig. Ich hätte aber ein Viertel der Schuld dem Autofahrer zugesprochen und drei Viertel dem Motorradfahrer. Denn: Eine derart hohe Geschwindigkeitsüberschreitung muß nach meinem Rechtsempfinden bedeuten, daß der überwiegende Teil der Schuld bei dem Motorradfahrer liegen muß.
Aber der abbiegende Autofahrer trägt wohl zurecht eine Teilschuld, denn bei einem Motorrad denke ich mir: „Lieber warten“.
Und was, wenn der Autofahrer durch Gehupe von hinten gedrängt wurde? Das war wohl hier nicht der Fall, aber es könnte so sein. Und unerfahrene Autofahrer oder ungeübte Autofahrer könnten sich durch das Hupen genötigt fühlen, abzubiegen.
Deshalb verstehe ich nicht, warum es für Hupen in der Stadt in Deutschland – was fast immer Nötigung ist – keine höheren Strafen gibt – oder es auch überhaupt nicht geahndet wird.
Als starker Verfechter des „Projekts Zero“ – gestern war ich bei dem „Geisterrad“ des getöteten Schulbuben an der Corneliusbrücke – muß in meinen Augen alles, absolut alles, getan werden, um die Zahl der Toten und Verletzten im Straßenverkehr zu minimieren. Und wenn es hart ist, dann wird eben nur 30 oder 20 gefahren. Und keine Müllautos zu Schulbeginn in die Stadt gelassen. Und keine Lastwagen mit nur einem Fahrer ohne Abbiegeassistent in die Stadt gelassen.