Ein sehr geschätzter Kollege und Freund, der leider viel zu früh verstorben ist, wies immer wieder auf Adornos „Minima Moralia“ hin.
Nun habe ich endlich einmal hineingelesen.
Man kann in meinen Augen nicht sagen, daß es eine Aphorismen-Sammlung ist. Eher ein Konvolut aus Ideen, Gedankenfetzen, Bruchstücken von Zusammenhängen, Bonmots, teilweise fast surenartig.
Einige habe ich mir genauer durchgelesen. Bei der Ehe und der Frauen-Sicht war ich etwas verblüfft und stellte das Büchlein anschließend wieder ins Regal.
Meine Einschätzung zu Adorno wird sich wohl nicht mehr ändern, ich habe seine Kunst- und Musiksoziologie in früheren Zeiten bearbeitet und vielleicht bin ich auch einfach nicht dahintergedrungen, ich werde nicht warm damit und kann vieles nicht nachvollziehen.
Das Wiederaufgreifen der Dialektik und der Ideen dazu, auch die Idee der „kritischen Theorie“ halte ich aber nach wie vor für lehrenswert.