Hier meine Empfehlungen zu „Youtube“-Kanälen zur Musik.
Absolut empfehlenswert ist in meinen Augen Ben Maton, er nennt sich „Ben Maton – The Salisbury Organist“:
Meist einmal wöchentlich, am Sonntag, veröffentlicht er ein Video. Es ist sehr ruhig geschnitten und nimmt sich Zeit. Er zeigt viele Landschaftsaufnahmen. Er hat das „Blade Runner“-Wetter, aber nicht immer. Er besucht alte Kirchen, teilweise kommt er in Orte, wo der Ort an sich weg ist und nur noch die Kirche steht. Also auch soziologisch oder sozialgeographisch hochinteressant. Diese Entwicklung wird weitergehen, es gibt offenbar in UK einen „Church conservation trust“, in Deutschland, so weit ich weiß, noch nicht. Ich sage ja immer, die Deutschen haben das Ausmaß ihrer Problemlage noch gar nicht adäquat erfaßt. Das könnte noch fünf Jahre dauern nach meiner Einschätzung und Gesprächen mit meinem Umfeld, bis eine halbwegs realistische Bestandsaufnahme erfolgen wird. Bei dem letzten Gottesdienst waren wir im Chor mehr als Gottesdienstbesucher. Wenn man auf das offensichtliche hinweist, wird man von 80 % scheel angesehen. Ich halte das für eine bedenkliche Unfähigkeit, die Realität kognitiv adäquat abzubilden – egal, worauf dieses Unvermögen beruht. In London ist seit drei Jahren der häufigste Name für neugeborene Buben „Muhammad“. Egal, hier geht es jetzt um Kirchen und ihre Orgeln. Bei dem letzten Video ist er in einer Kirche neben dem Motorway 50, das Dorf ist weg, offenbar wurde inzwischen über die Jahre schon ein Feld daraus. Soweit ich weiß, gibt es dazu noch sehr wenig soziologische Forschung, aber das ist nun einmal, was am Ende der Landflucht steht. Fuchs und Hase sagen sich guten Tag, die Orgel wurde wohl vor einiger Zeit von Plünderern teilweise zerstört, aber wieder repariert. Angeblich soll Edward Elgar darauf gespielt haben. Das Video insgesamt ist phantastisch, fast ein Meisterwerk in sich, auch, weil er am Ende mit der Sängerin Clara Butt ein Duett über die Zeit spielt, sie ist schon über neunzig Jahre tot. Es fehlt bei der Orgel offenbar ein komplettes Register oder es war nie da. Eine Art Detektivgeschichte ist es somit auch.
In anderen Videos spielt er auch Bach und weitere Komponisten, er hat eine sehr große Bandbreite. Oft erklärt er auch Motive oder den Aufbau der Fuge.
Der Reiz liegt in seiner großen Kenntnis der Musik, der Musikgeschichte, der topographischen Geschichte und seine ernste dozierende Art. Ich denke, jeder kann hier noch etwas dazulernen.
Vielleicht mache ich einmal ähnliche Videos in Deutschland oder erst einmal in Oberbayern. 🙂