Die erste Fahrt ging mehr oder weniger direkt durch Siena.

Jetzt, zwei Tage später, fuhren wir eine knappe Stunde wieder zurück nach Siena.

Die Landstraßen sind streckenweise nicht in einem besonders guten Zustand. Kleinere Schlaglöcher sind die Regel, schlimmer ist aber die Welligkeit der Straße.

Fast durchgehend ist der Mittelstreifen durchgehend. Ab und zu steht explizit ein Schild „überholen verboten“ da. Ab und zu wird der Verkehr wegen der Kurven auf bis zu 30 km/h heruntergebremst – mit Fahrbahnmarkierungen eingeleitet und dann kommt das „30er“-Schild.

Das hält aber, das muß ich hier leider so explizit schreiben, die überwiegende Mehrheit der italienischen Verkehrsteilnehmer nicht davon ab:

  • extrem dicht aufzufahren
  • zu hupen, wenn man sich an die Geschwindigkeitsbegrenzung hält
  • zu überholen, wenn explizit 1) der Mittelstreifen durchgezogen ist, 2) ein „Überholverbot-Schild“ vorhanden ist, 3) ein Schild mit Blinklicht auf „Bitte Geschwindigkeitsbegrenzung einhalten“ vor sich hin blinkt, 4) man innerorts bei „50“ genau „50“ fährt

überholt zu werden.

Besonders schlimm ist es bei Auffahrten zur Autobahn: Die Schlange nutzte sofort die Gelegenheit zu überholen, zu hupen, auch zwei große LKW – und mich dann auf dem Auffahrstreifen auszubremsen. Wenn ich es nicht selbst erlebt hätte, ich würde es nicht glauben.

Es gibt trotz drakonischer Strafen keine

  • Polizei im fließenden Verkehr (zumindest habe ich keine gesehen)
  • kaum stationäre Blitzanlagen (ich habe keine einzige gesehen)
  • auch keine mobilen Blitzanlagen

Allerdings ziemlich viele Rettungswägen im Einsatz (an jedem Tag mindestens einen gesehen).

Egal, dies nur zur Vorrede – übrigens wird auch das Material nicht geschont, über „Bumps“, also künstliche Straßenschwellen vor Gehwegen oder Kreuzungen wird genauso darübergebrettert wie bei uns – deshalb bin ich auch schon lange für den Rückbau, denn die einzigen, die wirklich noch darunter leiden, sind die Rettungsfahrzeuge und vor allem deren Patienten – nun zu Siena.

Die Toskana ist recht hügelig. Siena ebenso. Es gibt einen riesigen Marktplatz, zwei Mal findet pro Jahr dort das Pferderennen statt.

Hier gibt es auch ein sehr gut gelegenes Parkhaus.

In der Stadt merkt man die Wirtschaftskrise extrem. Ähnlich wie in Venedig gibt es fast noch mehr geschlossene Geschäfte – aller Coleur.

Die Stadt ist voller Touristen, aber das scheint nicht auszureichen.

Eine Pizza am Marktplatz kostet zwischen 12 und 15 Euro. Ein Cola fünf Euro.

Man sieht in Italien kaum Kinder. Das „Stadtbild“ ist aber durchweg italienisch, sehr viele Touristen, vor allem aus USA, Deutschland und Spanien. Ich habe mir auch gedacht, wer Kinder hat, muß in den Kurven langsam fahren – zumindest einige Eltern kennen diese Problematik. Die Drängelei und das dichte Auffahren deutet auch darauf hin, daß es hier wenige Kinder gibt.

Es gibt in der Stadt viele kleine Geschäfte. Nicht so viele große Ketten – oder kaum Ketten. Auch wenige Schnellimbiß-Ketten.

Bei den Tankstellen herrscht wenig Andrang. Diesel ist mit 2,08 Euro viel teurer als „Unleaded“ mit 1,78 Euro,

Man sieht noch Vespas oder Motorroller, aber viel weniger als früher. Auch kaum Taxis. Kaum E-Fahrzeuge. Kaum Mercedes oder BMW, praktisch überhaupt keinen Porsche, auch sehr wenige VWs. Viele italienische oder „Stallantis“-Fahrzeuge.

Die Preis im Supermarkt – wir waren in zwei „coop“, sind im Grunde wie in Deutschland. Die Rabatte gelten auch ohne „App“. Mich hat schon lange gewundert, daß die EU es zugelassen hat bisher, daß man die Rabatte nur mit „App“ erhält, denn dies ist auch ein Exklusionsmechanismus, z.B. kann ich in USA die dortige McDonald’s App nicht laden – und umgekehrt.

Die Niederlage beim WM-Qualifikationsspiel gegen Bosnien-Herzegowina wirkt immer noch nach, als feinfühliges Gemüt spürt man dies sofort.

Die Städte sind viel sauberer als in Deutschland. Der Geruch ist auch meist angenehmer,

Es gibt in den Gemeinden Müllcontainer, diese sind digitalisiert, mit Display, und können ohne „ID“ nicht geöffnet werden (!).

Pfand auf Plastikflaschen oder Alu-Dosen scheint es nicht zu geben. Es gibt auch kaum Getränke in Glasflaschen.

Wir waren in vielen kleinen Geschäften Sienas und wurden fast immer sehr freundlich bedient, nur bei einem Geschäft fühlte ich mich an den Münchner Grant erinnert.

Die Stadt ist bräunlich-ocker und nicht weiß-gelb wie Florenz. Die Erde ist gelb-hell und es gibt kaum Steine.

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