Dies wird mehr oder weniger nur eine Kurzbesprechung, denn bemerkenswert an diesem Heft, was darin nicht steht – und was zu dem Zeitpunkt bekannt war:

  • Der Tod von Jürgen Habermas findet sich nicht auf der Titelseite
  • Der offenbar gewaltsame Tod von über 100 Schulmädchen im Iran findet keine Erwähnung in dem gesamten Heft

Auf der Titelseite steht „Wie Collien Fernandes gegen Fake-Pornografie kämpft – und warum sie ihren Ex-Mann Christian Ulmen anzeigt“.

Drei Themen werden wie üblich angerissen:

  • Inflation / So macht die Ölkrise das Leben teurer
  • Boris Palmer / „Nein, ich bereue nichts“
  • Bosnienkrieg / Gingen Reiche zum Spaß auf Menschenjagd

„Hausmitteilung“, S. 3: Titel / Bahn-Chefin Palla / Südkorea / Spiegel Geschichte (USA, was bleibt vom Ideal Amerika)

Unter „Inhalt“ wenigstens ein Hinweis auf das Interview „Habermas‘ Erbe“ mit einem Bild des mittelalten Habermas vor einer Schreibmaschine.

Der Leitartikel, „Die Bundeswehr ist nicht Trumps Putztruppe“ mit „Das deutsche Nein zur Forderung Donald Trumps, Kriegsschiffe an Irans Küste zu schicken, ist riskant, aber richtig“, von Marina Kormbaki, ist im Ergebnis gut. In seltener Klarheit werden – in meinen Augen unüblich – Tatsachen in einem „Mainstream-Medium“ festgestellt (Waffen für die Ukraine nur noch, „wenn die Europäer dafür zahlen“; „In Afghanistan ließen Hunderte europäische Soldaten ihr Leben“ – da gibt es übrigens eine sehr interessante Internet-Seite mit den Namen aller gefallenen deutschen Soldaten, wenn man ein wenig recherchiert, findet man sie auch) oder auch nicht festgestellt (kein Wort zu den getöteten Schulmädchen und der Problematik – jeder, der sich mit der Geschichte des zweiten Weltkriegs aus deutscher Perspektive intensiv beschäftigt hat kennt sie – einen „gerechten“ Krieg zu führen; der „Papier-Form“ und der „Ist-Form“ der Bundeswehr, d.h., wäre sie überhaupt vom Material her in der Lage, ohne eigene Basen oder Transportkapazitäten derart weit weg von Heimathäfen zu operieren).

Seite 8, „Entblößt im Netz“, der Titel, die ganze linke Seite füllend. Mit einem ganzen Bild der Schauspielerin auf der rechten Seite. Bei der Thematik wundere ich mich nur, daß sie noch nicht viel früher thematisiert wurde. Offenbar wurden sechs Mitarbeiter für die Produktion dieser zehn (!) Seiten abgestellt. Trotzdem schafft es der Artikel, nicht einen einzigen Hinweis auf die Folgerungen der Skurrilitäten zu geben, daß die beiden ja eigentlich auf Mallorca wohnen und ihr Mann offenbar eine Fernseh-„Show“ mit dem Namen „Who Wants To F*** My Girlfriend“ „erfand“. Spätestens ab da hätte doch dem Chefredakteur aufgehen müssen, auf welchem Niveau man sich hier befindet. Inhaltlich wußte wohl keiner in der Redaktion vom „Melania-Law“. Der ganze Artikel ist somit juristisch-wissenschaftlich nahe an einer Rabulistik.

Der „Spiegel“ hat sich damit keinen Gefallen getan und ehrlich gesagt bin ich fassungslos, daß nicht der Tod von Jürgen Habermas auf dem Titel war.

Aber gut, weiter.

Dann noch auf Seite 18 ein Interview mit der Justizministerin Stefanie Hubig. , sie will „digitale Gewalt und Deepfakes härter bekämpfen“. Nun, man kann immer geteilter Meinung sein, wie die Prioritäten gesetzt werden sollten, aber wenn ich Justizminister wäre, würde ich sofort die Beschneidung in Deutschland unter Strafe stellen und als Körperverletzung ahnden sowie die Berichterstattung über Vergewaltigungen in der EU fördern, in meinem Umfeld wußte bisher absolut niemand über den Fall der neunjährigen Luna in Schweden Bescheid. Jetzt, als Justizministerin, hätte sie die Macht, hier der Versäumnisse der Vergangenheit zu bearbeiten. Bisher sehe ich: Nichts.

Seite 21, „Politische Bühne“, „Bau neuer Gaskraftwerke verzögert sich“. Nun denn. Der „Demokratiecheck“ mit „Plus“ – AfD-Bashing. Also wie gehabt.

Die nächsten Seiten möchte ich gar nicht besprechen, in der Soziologie gibt es eine These der „pattern variables“ und bei allen Artikeln ist das „pattern“ „Woke“ und ich wüßte gar nicht, wo ich anfangen sollte bei den Themen. Es hat ja einen Grund, daß keine Gaskraftwerke gebaut wurden. Wann wurde denn ein modernes Kohlekraftwerk gesprengt? Wann die Kühltürme der Atomkraftwerke? Der „Wolf“ als Titel eines Buches, das von Kindern gelesen werden muß. Bei der Inflation, äh, natürlich spielt die Steigerung des Mindestlohns eine Rolle, warum wird die nicht erwähnt. Und bin ich der einzige, der einmal die Steuersätze bei Kraftstoffen sich näher angeschaut hat? Da denkt man sich nur „das darf doch alles nicht wahr sein, ich kann doch nicht den Job der Reporter hier machen“.

Oder wie „fefe“ gesagt hätte: „Was machen die eigentlich beruflich?“.

Seite 26, ein gutes Interview mit Boris Palmer. Leider schwebt über ihm der Schatten seiner Aussagen zu „Corona-Zeiten“, dies kann ich ihm nicht vergeben, vergessen oder verzeihen. Das Interview hat aber schon bemerkenswerte Stellen, wenn er etwa sagt, „Ungebetene Ratschläge sind vor allem Schläge“ – ich sage es oft in der Form „Ratschläge sind auch Schläge“. Er hat auch den Ernst der Lage erkannt bei den Kommunen („Das Loch im Tübinger Haushalt ist eine Katastrophe.“). Damit ist er einer der wenigen. Er hat auch erkannt, daß der „Datenschutz“ abgebaut gehört („könnte man sofort die Hälfte der 80 Beschäftigten des Landesdatenschutzbeauftragten entlassen […]“). Und er erwähnt auch Jürgen Habermas. Ich frage mich inzwischen schon über Jahre, wie er in der Corona-Maßnahmen-Politik sich so „vergaloppieren“ konnte. Und es bisher nicht einmal bemerkt zu haben scheint. Schade um den klugen politischen Kopf.

Seite 30, „Die Bürgerschrecke“, über die „Grüne Jugend“. Ein merkwürdiger Artikel über eine noch merkwürdigere Organisation.

Seite 32, „Augen zu und durch“, zur „Migrationswende“. Ein furchtbarer Artikel, „Zehn zehrende Jahre hatte die Union gebraucht, um sich endgültig von 2015, von Angela Merkels Politik der offenen Tore und offenen Herzen, abzuwenden“. Das war in meinen Augen eine Politik des offenen Irrsinns. Ich würde sagte, zehn Jahre ist „zerohedge.com“ in der Analyse voraus, neulich war ein Artikel, warum die deutschen Mädchen und Frauen sich nicht den vorwiegend jungen moslemischen Männern, die da kamen und eingeflogen wurden, in einer Beziehung unterordnen möchten. Und ich frage immer wieder: Was wurde aus Afghanistan? Aus den Frauen und Kindern in den türkischen Lagern? Warum kamen die nicht? Obwohl es nach einiger Zeit nicht nur gut Informierten, sondern wirklich allgemein bekannt war? So lange der „Spiegel“ seine Rolle von „2015“ nicht ehrlich aufarbeitet und von allem, was daraus folgte, kann ich mir die Artikel sparen. Dobrindt hätte nach meinem Dafürhalten schon viel früher sich durchsetzen müssen. Ich bleibe bei meiner volkswirtschaftlich geprägten Analyse: Deutschland konnte sich „2015“ nie leisten. Es bedeutet eine ständig weitere Schuldenaufnahme, ein Abbau des Sozialstaats und eine Altersarmut, die sich niemand wirklich vorstellen kann, der sich nicht wissenschaftlich damit beschäftigt hat. Es ist mir klar, daß die damaligen Politiker das nicht wußten und nicht wissen konnten, dazu waren zu wenige „gute“ Leute in Führungspositionen. Ich glaube auch nicht an eine Verschwörungstheorie, daß andere Mächte Deutschland „durchmischen“ wollen etc. Nein, in meinen Augen wollten die Deutschen dieses Mal „die Guten“ sein und waren einfach in einem spektakulären Ausmaß naiv. Es ist auch so, wie ich es immer vorausgesagt habe: Abschiebungen werden aus welchen Gründen auch immer erschwert, und der „Familiennachzug“ oder der „Hilfskräfte“-Nachzug wird aktiv weiter verfolgt, mit welcher Begründung auch immer. Deshalb das Ergebnis meiner Analyse: Deutschland ist wirtschaftlich nicht mehr zu retten, der Kippunkt ist überschritten. Evtl. lassen sich noch einzelne Teile „retten“, z.B. durch Reservate.

Heute kam bei „focus.de“ die Nachricht, ein „13 jähriger irakischer Intensivtäter“ habe einen Leipziger Busfahrer durch drei Kopfstöße so schwer verletzt, daß dieser im Koma läge. Die Justiz sei wegen der Strafunmündigkeit machtlos. Wer jetzt die Zeichen der Zeit immer noch nicht erkannt hat, zu dem sage ich – schon seit Jahren: „Mene mene tekel“. Die Kosten für diesen Fall schätze ich auf über zehn Millionen Euro – die Auswirkungen auf den Tourismus noch nicht einmal eingeschlossen. Der „Spiegel“ hat nach meinem Eindruck nach wie vor nicht erkannt, was für jeden, der sich mit Krieg und Kriegsfolgen beschäftigt hatte, offensichtlich gewesen sein mußte. Ich denke auch nicht, daß die von vielen als „mild“ empfundenen Gerichtsurteile falsch sind – wie so viele andere es immer wieder behaupten – sondern die Einordnung als „psychisch“ schon stimmen werden – alles andere wäre ja ein Wunder. Es ist nicht schwer, es läßt sich leicht recherchieren, wie viele ehemalige US-Soldaten sich jeden Tag umbringen. Es wäre geradezu ein Wunder, wenn die Opfer in der Zivilbevölkerung ihre Kriegserlebnisse ohne psychiatrische oder psychologische Begleitung hätten „aufarbeiten“ können oder „bearbeiten“ oder wie auch immer. Es war immer eine Forderung von mir, hier nicht zu sparen, jedem, wirklich jedem Flüchtling und Asylbewerber Therapie anzubieten – vielleicht würden dann einige der Opfer und Vergewaltigten heute noch leben oder nicht geschädigt worden sein. Das ist nur Spekulation, hier wäre in erheblichem Umfang sozialpsychologische Forschung vonnöten.

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