Vor einigen Jahren hatte ich schon das Gefühl: Große Festplatten sind zu günstig. RAM ist zu günstig.

Also habe ich auf Vorrat eingekauft.

Einige Kunden danken es einem, die meisten bekommen es aber nicht mit. RAM-Preise sind nicht wie Spritpreise.

Jeder, der länger in der Branche tätig war und BWL studiert hat, sollte aber wissen: Es gibt hier einen „Schweinezyklus“.

Bei „Siemens“ war ich über viele Jahre als „Werkstudent“ und habe die Entwicklung der Firma – auch als Münchner – eng verfolgt. Viele meiner Mitschüler, Mitstudenten und Freunde gingen zu Siemens.

Dann kam der große Abstieg. Neulich bin ich einmal durch das alte „Werksgelände“ geradelt. Das sind jetzt alles Wohnungen.

Deshalb meine Videoempfehlung:

Und ich habe einen Kommentar hinterlassen: „Sehr gutes Video. Gut recherchiert. Sollte am Montag Pflichtvorlage sein für Leitungskräfte. Daß Deutschland die RAM-Produktion komplett aufgegeben hat, war ein spektakulärer politischer Fehler, ich hatte immer davor gewarnt und mußte mich jahrelang verlachen lassen.“

Es ist ein weiteres Feld, wo ich viele Jahre später recht behalten sollte. Und ich war damals nicht alleine.

Bayern, Deutschland und die EU haben sich in eine gigantische Abhängigkeit hineingesteuert. Das ist meiner Meinung nach komplett hausgemacht und selbstverschuldet. Ich glaube hier nicht an Verschwörungstheorien.

Siemens hätte die Technik gehabt und wäre stark genug gewesen – als Konzern – auch die unvermeidlichen Schwächen der einzelnen Divisionen (oder Marktbereiche) durchzustehen. Die bayerische Politik hätte Siemens stärken müssen und letztlich aus „Nationale Sicherheits“-Gründen zwingen müssen, die RAM-Produktion und die PC-Produktion in Augsburg aufrechtzuerhalten.

Aber ich habe es ja in den öffentlichen Gebäuden und den aus öffentlich angeschafften Mitteln gesehen: Es wurde nicht Siemens gekauft.

Dann darf man sich nicht wundern.

Und das „man hat es damals nicht wissen können“ kann ich – in vielen Bereichen – langsam nicht mehr hören. Wer das sagt, den nehme ich nicht mehr ernst. Ich war nicht der einzige, der verlacht und niedergebrüllt wurde.

Jetzt heißt es: Suppe auslöffeln.

Und was werden die Konsequenzen sein?

Mir tun die Kinder und die Alten leid. Die wenigsten können einen Zusammenhang herstellen zwischen „kein Platzwart mehr auf den Bezirkssportanlagen, Fußball-Training für Kinder und Jugendliche muß ausfallen“ und den Bettlern auf der Straße oder den mittelalten Frauen, die Flaschen sammeln. Man muß nur mit offenen Augen durch die Stadt gehen, teilnehmend oder nicht-teilnehmend beobachten, ohne innerlich abgestumpft zu sein. Im Gottesdienst sehe ich seit einigen Jahren immer jüngeres Publikum. Es gibt hier einen Zusammenhang – und das ist leidenschaftslose soziologische Forschung, die diesen ausleuchten sollte. Wirtschaftspolitik sollte diese Forschung nicht vernachlässigen.

Jetzt ist es übrigens zu spät.

Der „Vorteil“ einer Wirtschaftskrise ist, daß es irgendwann von selbst endet mit den schlechten Nachrichten. Insolvent ist insolvent. Die Zahl der schließenden Unternehmen wird abnehmen, wenn es irgendwann keine Unternehmen mehr gibt. Es ist ähnlich wie bei ansteckenden Krankheiten – irgendwann sind alle angesteckt oder alle geheilt oder alle tot.

Man kann auch im Grunde nichts mehr retten. Meine Empfehlung für Deutschland und die Bundesländer wäre fast, „jeder kämpft für sich selbst“ und ich empfehle den Bundesländern eine entsprechende Perspektive. Ich habe immer gesagt „Das Intel Werk in Magdeburg wird nicht gebaut werden.“ – auch hier wurde ich verlacht – auch hier gab es ein Youtube-Video, das klar die technischen physikalischen Probleme moderner Intel-Prozessoren aufgezeigt hat. Ich selbst habe meine Kunden seit dem „Athlon“ auch auf die Möglichkeit, AMD zu kaufen, hingewiesen. Jetzt haben die USA Intel gestützt. In meinen Augen die richtige politische Entscheidung. Das hätte damals auch Bayern machen müssen. Kaum einer in meinem Umfeld weiß, daß die USA Intel gestützt haben, ich frage immer betont beiläufig Kunden und Kollegen – und keiner wußte es bisher. Die Deutschen sind in der Masse sehr schlecht informiert, kann man da nur lakonisch konstatieren.

Nur eine einzige Kundin wußte bisher, daß „Media Markt“ und „Saturn“ nach China verkauft worden sind.

Es wird Zeit, daß ich wieder einmal bei der Bundesregierung anfrage, ob China nach wie vor Entwicklungshilfe erhält.

Meine letzte Anfrage wurde positiv beantwortet.

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