Endlich, möchte man ausrufen, endlich hat es das Thema auf die Titelseite geschafft: „Goldkurs bricht Rekord“, der Untertitel „Silberpreis zieht um bis zu neun Prozent an, der Dollar fällt deutlich“. „geopolitische Risiken“ werden angeführt, auf Seite 30 geht es weiter.
Die Hauptschlagzeile ist „Airbus gegen Rheinmetall“.
Ein Interview auf Seite 8 ist erwähnenswert in meinen Augen „Wenn wir nicht handeln, werden die Sozialsysteme kollabieren“. Daniel Günther, der Ministerpräsident, wird mit der Frage konfrontiert „Das Problem Ihrer Partei ist doch, dass sie kein Konzept für Reformen bei Rente, Pflege und Gesundheit“ hat. Man reibt sich verwundert die Augen und fragt sich „und das hat er bei der Freigabe so stehen lassen?“. Die Antwort beginnt mit „Wir liefern doch jetzt.“. Äh, naja, seit über 20 Jahren sage ich, daß das zentrale politische Problem Deutschlands der demographische Wandel ist. Und, rein wissenschaftlich und ökonomisch gesehen, rate ich inzwischen auch ab, Kinder in Deutschland großziehen zu wollen – als Nicht-Transferleistungsempfänger. Kinder sind in meinen Augen inzwischen das Armutsrisiko Nummer 1 – und, bei der gegenwärtigen Ausgestaltung der Sozialsysteme, werden die meisten Eltern im Alter eine gewisse Altersarmut erleben – cp. Ich kann nicht erkennen, wo da „geliefert“ wurde, oder, man muß ja immer fragen, was war denn eigentlich das Ziel? Wer soll denn die ganzen Schulden einmal abbezahlen? Meine eigene Position zur Rentenproblematik veröffentliche ich in meinem „Substack“ und gerne würde ich mit Kollegen weiter dazu forschen, siehe „www.soziologie.science“, aber bisher fand sich noch keine Finanzierung.
Daneben ein kleiner Artikel „AfD sieht US-Behörde ICE als Vorbild“. In meinen Augen ist zuerst eine ehrliche Bestandsaufnahme notwendig. Die ehrliche Konfrontation mit der Realität. Ich hatte das Glück, viel in Deutschland herumgekommen zu sein – und ein relativ großes soziales Umfeld zu haben. Die „Stadtbild“-Debatte ist aus den Schlagzeilen verschwunden, aus dem „Stadtbild“ sozusagen selbst nicht. Ich will hier keine Namen nennen, aber, wenn man ehrlich ist und wie bei einer „Triage“ vorgeht, viele Städte sind letztlich in einem Status, bei dem ein Nicht-Handeln vielleicht inzwischen die beste Option ist. Je nach Ziel. Die Frage ist immer, was ist denn eigentlich das Ziel? Wenn die Polizei mitteilt, „Gefährder sind frei“, vielleicht sollte man sich darauf konzentrieren.Einige Regionen in Mitteldeutschland oder in Bayern könnten noch – kraß ausgedrückt – im Stil einer „reservatsähnlichen Region“ erhaltenswert sein. Wer mit offenen Augen ganz vorurteilsfrei nachts den Bereich um den Münchner Hauptbahnhof beobachtet hat, wird meiner Meinung nach zwangsläufig zu ähnlichen Schlüssen kommen müssen. Warum die beiden Artikel nebeneinanderstehen, habe ich mich lange gefragt. Ich weiß nicht, ob da eine Perfidität der Redaktion Spiel war. Ich denke es nicht, denn ich traue es der „Handelsblatt“-Redaktion ehrlich gesagt noch nicht zu.
Zum Thema Realismus: Was ich seit einigen Jahren immer wieder predige, jetzt steht es in einem kleinen Artikel: „Die gesetzlichen Kassen stehen vor einer Zwölf-Milliarden-Lücke, wie Berechnungen zeigen“. „Mathematik kann grausam sein“, habe ich einmal gelesen. Das würde ich so nicht sagen. Aber Mathematik hat etwas von Realitätsnähe. Mit dieser Thematik beschäftige ich mich schon lange nicht mehr, weil es in meinen Augen absolut absehbar war, viele – auch formal höchstgebildete – in meinem Umfeld letztlich nach meiner Einschätzung vollkommen ideologisch verblendet waren und eben nun langsam aber sicher sich der Zahltag nähert, was jedem, wirklich jedem, der halbwegs bei klarem Verstand war und Integral- und Differentialrechnung beherrscht, absolut klar war. Ich würde genau anders herum vorgehen: Das Ziel ist 10 % Beitragssatz. Es gibt keine Schuldenmacherei mehr. Es wird eine A-B-C-Analyse gemacht und dann massiv abgebaut. Im Grunde ist jeder für seine Gesundheit selbst verantwortlich. Eine allgemeine Versicherung ist dazu da, das hätte immer das Ziel und der Grundgedanke sein müssen, ein Schadensereignis, das die momentane finanzielle Leistungsfähigkeit übersteigt, zu übernehmen. Die „Corona-Maßnahmen“ wären nie finanziert worden, wenn nicht diese Möglichkeit der Schulden da gewesen wäre. Dann wären vielleicht auch die Kinder nie „geimpft“ worden. Ich habe dazu in einer Buchpublikation ausführlich Stellung genommen. Die allgemeine Aufarbeitung steht noch aus, in meinem Umfeld will zu dieser Thematik niemand mehr etwas hören.
„Innovationskraft wird ausgebremst“, ein Beitrag von Prof. Lars Feld, mit dem einleitenden Satz „Die deutsche Wirtschaft hat ein Innovationsproblem […]“. Vielem stimme ich zu, aber er geht leider nicht weit genug. Aber immerhin eine gewisse Annäherung an die Realität.
Dann wieder meine Lieblingsspalte, die „Außenansichten“, dieses Mal mit der slowakischen „Pravda“, dem „Corriere della Sera“ und „The Irish Times“.
Ich weiß nicht mehr, in welcher Zeitung ich gelesen habe, sinngemäß, „die Angriffe der Russen machen den Ukrainern nichts mehr aus, sie verpuffen, weil die Ukrainer haben sich gewöhnt an Stromausfall und Kälte“. Ich hätte es mir gleich aufschreiben sollen. Jedenfalls wird hier demgegenüber ein – in meinen Augen – realistischer Bericht geliefert und ich schreibe es gerne immer wieder: Bitte das Gehalt verdoppeln und eine Doppelseite mit „Außenansichten“ füllen.
Seite 18, „Bahn prüft Verkauf der profitablen Auslandssparte“. Ein guter Artikel mit der Schilderung der Auslandsaktivitäten in Ägypten, Indien und Uruguay. Letztlich ist die Bahn ein Staatsunternehmen und wird es in meinen Augen auch bleiben, also würde ich als Aufseher derartige Aktivitäten erst gar nicht genehmigen. Aber das ist nur meine Meinung. Ganz insgesamt, denke ich, ist die Bahn letztlich nicht mehr zu retten. Ich bin früher viel Bahn gefahren und war kurz vor der „schwarzen Mamba“. Inzwischen fahre ich zu bestimmten Kundernterminen mit dem Kraftfahrzeug. Volkswirtschaftlich gesehen: Ich würde inzwischen einen anderen Weg gehen: Bayern sollte sich von der „Deutschen Bahn“ abkoppeln und das bayerische Schienennetz komplett selbst betreiben. Daß der Münchner Flughafen immer noch keine ICE-Anbindung hat, da frage ich mich immer wieder, was ist den Wählern bei der Wahl eigentlich wichtig? Und den „Grünen“? Da kann ich mich ehrlich gesagt nur noch kaputtlachen, wenn ich in Diskussionen hart bleibe und immer wieder nachbohre, wie denn das eigene konkrete Tun im Mißverhältnis steht zu den Parteien, die gewählt werden.
Auf Seite 19 daneben ein unscheinbarer Artikel „Milliardär Kretinsky will Elektronikkette kaufen“. Es geht um den französischen Händer „Fnac Darty“. Wie wirklich kaum einer in meinem Umfeld weiß (bisher nur eine Kundin), wurde „Ceconomy“, was letztlich aus der „Metro“-Gruppe kam, mit „Mediamarkt“ und „Saturn“ an eine chinesische Firma verkauft, nämlich „JD.com“. Eben diese Firma wollte dann offenbar auch den bisherigen Anteil von 21,8 Prozent an „Fnac Darty“ erhöhen, was aber die französische Regierung offenbar untersagte. Das erste Mal, daß ich seit einigen Ausgaben etwas inhaltliches zu Frankreich las (außer den Artikel zur Sonnenbrille auf Seite 13, mit dem ich im „Handelsblatt“ im Grunde wenig anzufangen weiß) las. Und hier, so denke ich, liegt die französische Regierung richtig. Wie die Deutschen die Angelegenheit geregelt haben, dazu sage ich nur, was ich seit gut zehn Jahren immer wieder sage: „Wechsel des Personals in Führungspositionen, nicht nur der ersten, auch der zweiten und ggf. der dritten Ebene oder die Institution komplett schließen und ggf. neu gründen“.
Dann ein Einlieger „Handelsblatt Journal“ mit „Energiewirtschaft: System unter Spannung“. Ich habe die Artikel nur überflogen und darübergeblättert, sehr viele offenbar aus dem „Marketing“ oder aus der Klimakirche. Mit Physik-Leistungskurs und einigen Semestern Physik bin ich hier eher bei der technischen Seite und ich denke, wer eines der jüngsten Youtube-Videos von „Outdoor Chiemgau“ gesehen hat, ist evtl. (leider) besser informiert.
Dann die üblichen Artikel zu letztlich „Modethemen“, auf Seite 30 dann „Der ultimativ sichere Hafen“, wieder von Judith Henke. Kann man so und so sehen, ich schreibe nichts dazu, sie ist eine der wenigen Autorinnen, die ich gerne lese und deren Aufbau des Artikels ich im Grunde konzediere. Man sollte ihr mehr Raum einräumen. Ich denke, wir stecken in einer Zeitenwende. Weil darauf verwiesen wird, habe ich mir den „Kommentar“ auf Seite 15 noch einmal durchgelesen und ich denke mir: Laßt doch diese Autorin den Kommentar dazu schreiben!
Daneben noch ein Artikel zu den Goldreserven der Deutschen Bundesbank. Wie wurde ich seit gut 20 Jahren belächelt, als „Verschwörer“ bezeichnet und stillgehalten. Jetzt hört man nichts mehr von „Gold zahlt keine Zinsen“. Die Politik der Deutschen Bundestag habe ich seit der „Euro-Einführung“ nie verstanden. Bei vielen der Handlungen war mir das Motiv unklar, aber ich dachte mir immer „die dicke Rechnung wird noch kommen“.
Seite 32f immer noch keine farbliche Auflockerung oder Strukturierung der Kurse.
Auf Seite 39 noch ein Artikel zum Yen. Hier spielt meiner Meinung nach auch zur Zeit auch die Musik. Da fehlt in meinen Augen ein Redakteur, der sich der Sache einmal – auch historisch – annimmt. Japan ist für mich ein Land, auf das ich als Soziologe immer schaue. Denn es ist in einer Schrumpfungsphase – und die wird Deutschland auch bevorstehen (oder alternativ der Krebsgang). Deutschlands Politik sollte sich meiner Meinung nach viel mehr mit Japan beschäftigen. Ach ja, dort war ja vor einiger Zeit die Expo. Ich hatte mir die Präsentation Deutschlands im Vorfeld dazu angeschaut und auch die Stellenanzeigen. Stellenanzeigen sind in meinen Augen eine vollkommen unbeackerte Methodik um zu Erkenntnissen zu gelangen. Da war mir klar, mit welch‘ hohen Priorität die deutsche Politik dies behandelt – und da war mir auch klar, wieviel Arbeit noch vor der deutschen Politik liegt zur gesamten Dimension des Problemfelds „demographischer Wandel“.