Lange hat man vom „papierlosen Büro“ geträumt. Damals war ich schon skeptisch, ob sich die damit verbundenen Hoffnungen bewahrheiten würden.

Inzwischen bin ich ganz sicher: Der Produktivitätszuwachs, den man durch IT für kurze Zeit hatte, hat sich inzwischen ins Gegenteil verkehrt.

Dazu muß man nur einmal Bahn fahren.

Bahn fahren in Deutschland ist überhaupt sehr lehrreich. 90 % meiner Mitbürger sind meiner Meinung nach viel zu weit von der Realität entkoppelt. Sie geben zu vielen Themen letztlich Unsinn von sich. Es hat sich in meinen Augen nicht bewährt, die Schuldensituation des Landes zu verschleiern. Viele Mitbürger wissen nicht, daß der Staat ein Minus hat. Es verfängt die Rhetorik und die Nomenklatur des „Sonder-Vermögens“.

Einmal Bahn fahren reicht in meinen Augen, um die Wirklichkeit in Deutschland wahrzunehmen. Natürlich mit offenen Augen und Ohren Bahn fahren. Nicht mit Ohrstöpseln.

Jedenfalls zeigt sich beim Bahn fahren auch durch „Online Ticket“, wie hoch der IT-Bedarf ist:

  • der Schaffner braucht ein Lesegerät
  • der Kunde braucht ein Anzeigegerät
  • es wird oft eine Internetverbindung benötigt
  • im Hintergrund müssen Server laufen, mit allem, was dazugehört: Redundanz, Sicherung, Hardware-Austausch, Software-Wartung.

Ich Gegenbeispiel: Ein Blatt Papier mit dem Ticket, wie es „früher“ war. Vorteil: Keine Stromkosten bei der Lagerung, keine Kosten wie oben.

Es ist in meinen Augen völlig klar, daß wir gerade einen völlig untragbaren Zustand erleben. Untragbar deshalb, weil ökonomisch nicht tragbar. Die IT-Kosten sind gigantisch und die Verwaltungskosten ebenso und sie können nach meinen Berechnungen nie und nimmer erwirtschaftet werden.

Also sage ich voraus: Die Bahn wird Verluste machen. Diese Verluste müssen letztlich vom Steuerzahler getragen werden.

Ich sage aber auch voraus: Die Deutsche Bahn wird nicht umsteuern können. Eines der Hauptprobleme in vielen Feldern in Deutschland – aber auch im gesamten Westen – ist in meinen Augen: Ungeeignetes Personal in Führungspositionen.

Ein weiteres schönes Beispiel ist die „Körperschaftsteuererklärung“. Dieser Punkt wendet sich aber eher an Spezialisten. Seit Jahren erfasse ich den immer weiter steigenden Aufwand. Dieses lange Formular wäre ohne IT nicht möglich gewesen, da hätte irgendwann jemand gesagt „es muß verhältnismäßig bleiben“.

Mene mene tekel.

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