Etwa eine Stunde Fahrt.

Der Markt ist ein Mal die Woche, am Mittwoch und endet gegen 12 Uhr. Also zeitig da sein.

Macerata ist eine Universitätsstadt und heute waren wohl auch Diplome vergeben worden, es gab viele Grüppchen, sehr schön angezogen und die „Dottoressa“ mit einer Art Eichenlaub-Kopfbedeckung.

Die Stadt ist von steilen Quersträßchen durchzogen und überall sind Marktstände.

Gemüse und Obst in schattigen Durchgängen, Handtaschen und Kleidung direkt auf dem Markt, Blumen und Kochgeschirr.

Eine sehr gute Stimmung in der Stadt.

Einen Briefmarkenladen gibt es auch, aber man nahm von mir keine Notiz und nach einigen Minuten ging ich wieder. In der Auslage wurden keine Kataloge verkauft. Es gab auch Münzen und Bücher.

Auf der Rückfahrt war gleich vor dem Kreisel (in Italien gibt es fast noch mehr Kreisel als in Frankreich) in einem Stau, standen und standen, nach einer halben Stunde drehten wir um. „Apple Maps“ zeigte gar nichts an, „Google Maps“ immerhin einen Unfall.

Jedenfalls war es wohl ein Frontal-Unfall, drei beteiligte Fahrzeuge, aber zum Glück nur Leichtverletzte.

Somit ist es doch so, wie ich es mir dachte: Die Unfallstatistik kann nicht stimmen. Ich werde das bei Finanzierung noch genauer erforschen. Italien müßte einen der Spitzenplätze belegen.

Wie ich bereits ausführlich berichtet habe, ist die Situation wie folgt:

  • wenn man sich an die Geschwindigkeitsbegrenzung hält, wird man angehupt, dann trotz durchgezogener Linie und „Überholverbot“-Schild überholt und geschnitten – immerhin ohne Vollbremsung
  • es wird extrem dicht aufgefahren. Es gibt eigene Schilder „100 m Abstand“ zwischen zwei Autos – habe ich in Deutschland noch nie gesehen – aber die könnte man auch weglassen
  • fast hätte ich selbst jemanden bei einem nicht erkennbaren Zebrastreifen überfahren, weil Autos genau vor den Zebrastreifen offenbar parken dürfen und diese verdecken, die Markierung auf den Straßen ist oft überhaupt nicht mehr erkennbar und das „Fußgängerüberweg-Schild“ geht in dem Schilderwald leicht unter
  • das Wort „Sicherheitsabstand“ scheint es im italienischen nicht zu geben, der Sicherheitsabstand wird oft mit „Lücke“ verwechselt, was zu „Kolonnenspringen“ zu animieren scheint (offenbar ist dies in Italien nicht verboten)
  • es gibt extrem viele Baustellen, vor allem bei Brücken. Diese dürften in einem ähnlichen Zustand wie in Deutschland sein (ich habe dazu noch nicht geforscht), aber hier wird konsequent auf eine Fahrspur verjüngt
  • Die Schlaglöcher sind teilweise atemberaubend
  • „Bumps“, also künstliche Schwellen, dienen als Stoßdämpfertest.
  • die Italiener fahren ihre Autos offenbar „runter“, man sieht kaum alte Fahrzeuge: keine älteren Mercedes, BMW (einen sah ich bei einem Autohändler), VW. Es gibt auffällig viele neueren Audis. Ansonsten viel Fiat, vor allem bei den Gewerbetreibenden, Renault und überhaupt eine große Markenvielfalt. Kaum Tesla oder E-Fahrzeuge. Ich habe auch keinen einzigen Mercedes-Händler gesehen. Manchmal frage ich mich, was der deutsche Autovertrieb eigentlich beruflich so macht.
  • Jedenfalls,

Jedenfalls, dies als Vorrede, wir haben gestern einen schlimmen Unfall dann in dem Stau erlebt: Es kamen zwei Krankenwagen, ein Notarzt, ein Abschleppwagen.

Der Stau war sehr diszipliniert. Allerdings wäre fast der Fahrer vor uns überfahren worden, als er ausstieg, nicht nach hinten sah und genau dann ein Motorrad die stehenden Autos überholte. Aber der Fahrer derbremste es noch.

Am nächsten Tag haben wir dann erfahren: Frontalunfall, drei beteiligte Fahrzeuge, zum Glück aber nur Leichtverletzte.

Einige Tage vorher wurde aber wohl in der Nähe ein Ehepaar von einem Auto erfaßt, an einer Baustelle, in der Stadt, beide im Krankenhaus.

Als Mitglied von „Projekt Zero“ sähe man hier sofort viel Handlungsbedarf. Es ist für mich ein Rätsel, warum Italien hier keine große Verkehrsaktion durchführt.

Nach allem, was ich hier sehe, bin ich sicher, daß die Zahl der Verkehrstoten – statistisch sauber erhoben und errechnet – noch höher als in Deutschland liegen dürfte.

Auch in Deutschland steigt die Zahl der Verkehrstoten – offiziell ausgewiesen – wovor ich lange gewarnt habe – und nicht ernstgenommen worden bin.

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