Der Titel ist ‚“Europa hat verstanden“ / Der Bundeskanzler sieht eine neue Weltordnung aufziehen – und wirbt in Davos für den Standort Deutschland. Der Grönland-Streit kommt ihm dabei entgegen“. Nun wird sich zeigen, welche konkreten Taten F.M. daraus folgen läßt.

Seite 5, „Editorial“, „Die Lehren aus Davos“. Von Sebastian Matthes, dem Chefredakteur. Gut. Das WEF „begann mit Donald Trump, es ging mit Donald Trump weiter und es endete mit Trump“ – pointiert ausgedrückt. Leider bezeichnet er „Der eindrucksvollste politische Moment war die Rede des kanadischen Premiers Mark Carney.“ Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was ich davon halten soll. Kanada ist eng verwoben mit den USA, die Telefonvorwahl ist identisch. Es gibt zig Abkommen. Und: Niemand hat vergessen, wie Kanada in „Corona-Zeiten“ vorgegangen ist. „Debanking“ der Trucker etc. Das wird alles noch ein Nachspiel haben. Von „Aufarbeitung“ keine Rede. Meiner Meinung nach hätte Kanada schon seit langem vor der eigenen Haustüre kehren müssen.

Seite 6-9, „Die Woche, in der Trump an Grenzen stieß“ mit „Erst wollte er Grönland annektieren, jetzt wird der US-Präsident mit ein paar Militärbasen abgespeist. Finanzmärkte, US-Innenpolitik und EU-Diplomatie zeigen Trump die Grenzen seiner Macht“. Äh, ich weiß wieder einmal nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Von den acht Autoren hat – so wette ich – kein einziger „The Art of the Deal“ von vorne bis hinten gelesen. Drei Seiten nur eine Auseinandersetzung mit USA und Grönland und etwas lapidar „Es geht höchstens noch um symbolische Zusicherungen, etwa Eigentumsrechte für das Gebiet der US-Stützpunkte oder Lizenzen zum Rohstoffabbau“. Das könnte auch das Ergebnis nach einem verlorenen Krieg sein. Offenbar wird also de facto US-Staatsgebiet aus ehemaligem grönländischen Gebiet. Das ist letztlich ein gigantischer Erfolg für die USA – ohne einen einzigen Schuß. Ich frage mich da, sind hier alle kollektiv im Wahn, dies als europäischen Erfolg zu verkaufen? Mehr kann ich leider nicht schreiben, denn in Deutschland ist die aktuelle Meinungsfreiheit disparat von meinem Verständnis von Meinungsfreiheit. Kurz und gut, es fehlt auch hier ein Absatz zu „äh, eigentlich ist das ein Weltwirtschaftsforum und nicht eine ‚one man against all odds and against all others'“. Aber gut.

Auf Seite 10, „Britische Militärbasen auf Zypern als Vorbild“, ein Artikel von „T.Riecke“ (den ich nicht vorher gelesen hatte, bevor ich den vorigen Artikel besprach) ist klar, sachlich und nüchtern. Stark. Dieser Artikel macht den vorherigen wieder etwas wett.

Seite 11, „Board of Peace“, ‚Ein „Friedensrat“ für Gaza‘. Hier weiß ich noch nicht recht, ob das ein Versuchsballon ist.

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