Die Hauptschlagzeile: „Pflege-Hammer“ / „Die tz rechnet Ihre Kosten vor“.
Ein relativ sachlicher Artikel „Putin: Selenskyj soll nach Moskau“ / „Kreml-Boss traf sich mit Ex-Kanzler Schröder zu einem Vierausgengespräch“. In meinen Augen hat die CDU das Erbe Adenauers verspielt – und auch Teile der SPD. Meine Hochachtung vor Gerhard Schröder, was diesen Aspekt angeht. Es gibt sicherlich viel zu kritisieren an Gerhard Schröder, aber ich kann nur immer wieder sagen: Deutschland sollte demütiger gegenüber Rußland auftreten. Es war nicht Adenauers Krieg. Aber er fuhr hin. Er hat die Soldaten aus der Kriegsgefangenschaft geholt. Eine große Schuld trifft meiner Meinung nach auch die Schule. Ich frage immer wieder, wenn ich Gelegenheit habe, jüngere Erwachsene, wer Adenauer war. Offenbar wird dies gar nicht gelehrt an der Schule. Dann muß man es sich halt selbst anlesen, denke ich.
Ein weiterer Artikel: „Hyper-Inflation in der Türkei“: „Die Teuerung betrug im Mai 32,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat“. Als Briefmarkensammler hat man ein Gefühl, wie es sich entwickelt hat. Wer nicht Briefmarkensammler ist, kann ja einmal nachlesen, wann die eigentlich losging und warum man zur „Infla-Zeit“ (ich sammle Inflationsbögen) auch schon die Kriegsjahre hinzuzählt. Nicht nur 1922 und 1923.
Seite 2 dann ein ausführlicher Artikel, „Weniger Rente für private Pflege“, „Leistungs-Kürzungen, höhere Beiträge: Der Warken-Plan“. Meiner Meinung nach hat sie wenig Spielraum. Es kommt genau so, wie ich es vorhergesagt habe. „2015“ ist teuer, Krieg ist teuer. Man muß sich einmal mit den nackten Zahlen auseinandersetzen, wie viele pflegebedürftig sind („Von den sechs Millionen Pflegebedürftigen werden 86 Prozent zu Hause versorgt“), wie viele dement werden. Und auch einmal ins Altersheim gehen. Vor kurzem war ich in einem. Ich sage auch schon seit langem: „Mini-Job“ abschaffen. Die Grundidee war gut. Wer aber einmal Mini-Jobber eingestellt hat, weiß, daß die Verwaltung nicht ohne ist. Jetzt soll, so der neue Plan, auch ein Pflege-Beitrag abgeführt werden. Der Hammer für mich: „Die erst 2022 eingeführte flächendeckende Tarifzahlung für Pflegekräfte wird ausgesetzt.“ Ich hoffe sehr, daß zumindest dies nicht kommt. Mir ist klar, die Politik steht mit dem Rücken zur Wand. Aber das Pflegepersonal sollte in meinen Augen gut entlohnt werden. Sobald ich Minister bin oder Bundeskanzler, werde ich dies auf jeden Fall wieder einführen.
Auch auf der Seite: „Italien“ / „Sexualkunde nur mit Zustimmung“. „An Kindergärten und Grundschulen ist Sexualkunde künftig sogar grundsätzlich verboten“. In meinen Augen gut und richtig, in Bayern würde ich es auch einführen. Übrigens würde ich in Bayern auch dafür sorgen, daß die Kinder in der Regel mit ihren eigenen Fahrrädern die Verkehrserziehung machen. Nach allem, was ich gehört habe, sind die Räder alt und „zu klein“. Ich halte das für eine Gefahr und für unnötig aufgewendetes Steuergeld. Manchmal denke ich, die Politik weiß gar nicht, wo man sinnvoll sparen könnte.
Es gibt zwei saftige Meinungsartikel, die ich von der „tz“ so nicht gewöhnt bin: Einen von Klaus Rimpel zu den Einsparungen bei der Pflege: „Geldnot-OP auf dem Rücken der Schwächsten“ und „Glanz und Elend unserer Brücken“, von „tz-Verleger Dirk Ippen“, zur Nordbrücke Bonn. Als ich in Mainz gelebt habe vor einigen Jahren, wußte ich um das Drama der Schiersteiner Brücke. In meinen Augen hat die Presse hier viel zu lange geschwiegen. Die Infrastruktur muß Chefsache sein. Deutschland braucht schon seit 20 Jahren einen „Masterplan Infrastruktur“, darum muß sich der Kanzler kümmern in meinen Augen. Es gab auch einmal eine Hindenburg-Brücke, wurde gar nicht mehr aufgebaut nach 1945, das hat Herr Ippen leider vergessen. Ich war schon bei den Brückensockeln. Ein Irrsinn, daß die Wehrmacht damals die Brücken gesprengt hat beim Rückzug, hier fehlt in meinen Augen auch komplett die Aufarbeitung dieser Art von Kriegsführung. Was er mit „Glanz“ meint, verstehe ich auch nicht. In München gibt es auch genügend Brücken, drei habe ich im Auge, da hätte ich schon lange den LKW-Verkehr verboten.
Seite 3, „Seniorenresidenz stellt Insolvenzantrag“, „Geldprobleme: Bewohner am Westpark in Sorge – Versorgung vorerst sichergestellt“. Hier würden mich die Hintergründe interessieren. „Einst waren in dem Hochhaus 400 Senioren untergebracht“. Evtl. könnte die AOK das Gebäude übernehmen und in Eigenregie führen, das wäre mein Vorschlag. „17 Mitarbeiter arbeiten in der Seniorenresidenz, rund 45 Bewohner werden dort häuslich versorgt“. Nach meinem Eindruck stimmt da etwas größeres nicht.
Seite 4, „Immo-Ausverkauf beim Freistaat“, „Moosach: Kritik an millionenschweren Grundstückdeals“. Hier würden mich auch die Hintergründe interessieren, vor allem, wie der Staat an das Grundstück kam. Ich hege hier leider einen bestimmten Verdacht.
Seite 9, „Ein Party-Marathon zum 40. Geburtstag“, „Gasteig (HP8) und Tollwood: Das ist alles geboten“. Nun, beim Thema Gasteig schwillt bei mir schon der Kamm. Ich war neulich einmal dort und habe mir die Mieter der Büros angeschaut. Dafür hat die Stadt also Geld, dachte ich mir. Und ich kannte Mieter, die beim „HP8“ vorher waren und gehen mußten. Es ist auch hier so gekommen, wie ich es vorhergesagt habe. Die Stadtbibliothek im Gasteig steht noch leer. Das ist in meinen Augen Chefsache, ich bin gespannt, was der neue Bürgermeister hier plant. Hier tritt er ein schweres Erbe an, ganz klar, das ist nicht ihm anzulasten.
Seite 15, „Ein kleines Stück Orient“, ein toller Artikel! Wow! Ich schreibe hier nichts darüber, ich empfehle den Kauf der Zeitung wegen dieser Artikel. Für mich ist die „tz“ komplett unterschätzt.
Seite 18, „Valentin und Karlstadt kehren heim“. „Nur noch gut einen Monat, dann öffnet das Valentin-Karlstadt-Musäum seine Pforten“. Ich bin ja sehr großer Valentin-Fan. „Bevor I mi ärger, is ma wuascht“. Sage ich mir einmal am Tag. Ich teile die Einschätzung des Denkmalschutzes: Keine Aufzüge.
Seite 31, „Bayern ist ein Raketenland“, „tz-Interview mit dem Gründer von Isar Aerospace“. Ich würde gerne an der Rakete mitarbeiten, Weltraum und Funk.
Seite 32 bis 34, „Wir trauern“, es sind mehrere große Anzeigen geschaltet worden. Rekord: 101.
Seite 40, „Timmy obduziert: Kein Hinweis auf Todesursache“. Offenbar war der Buckelwal „ein Weibchen“.
Ebenfalls auf der Seite: „Andrew kassierte Untermiete“: „Wie der britische Rechnungshof National Audit Office offenbarte, wohnte der Bruder von König Charles III. mietfrei in Windsor, bereicherte sich aber an der Untervermietung von Nebengebäuden an Angestellte“. Tja. Ein von mir geschätzter „Youtuber“ sagte: „Andrew ist der einzige, der es zurück vom Prinzen zum Frosch geschafft hat“. Er ist Engländer, er darf das sagen. Noch. Keine Ahnung.
Seite 41, „Der Karl-Schock!“. Es ist hart. Ich habe das Video gesehen, wie er vom Flughafen abgeholt wird. Das wichtigste ist die Gesundheit. Es ist ein absoluter Jammer.
Aber vor dem Hintergrund: „Neuer fällt auch gegen die USA aus!“ – ‚Angeschlagener Torhüter noch nicht fit – Nagelsmann: „Wir wollen kein Risiko eingehen“‚. In meinen Augen die richtige Entscheidung. Wobei das Curacao-Spiel schon eine Art Endspiel ist für Deutschland, denn Ecuador hat eine starke Verteidigung, da wird es schwer, evtl. 0:0.
Weiter auf der Seite, ein Kommentar von Uli Kellner: „Investor Ismaik: Ein Ende mit Schrecken“.
S. 44, „1860-Investor prüft Schritte gegen Vertragskündigung“, „Ismaik wehrt sich!“.
Seite 44, „Ich warte auf die WM – und dann?“ – ein Artikel über das Frau-Sein bei einer WM, von Francesca Di Maggio. Stark! Ist sie die Tochter vom legendären Signore DiMaggio bei der Großmarkthalle? Grüße gehen raus! „Die WM steht wieder an. Ich merke das nicht an mir, sondern an den anderen. Plötzlich wird anders gesprochen. In Halbsätzen. In Aufstellungen. In Wir-Formen, die nichts mit Familie zu tun haben. Männer werden nachdenklich, […]“ Ich breche hier ab, es ist wunderbar formuliert, Hut ab und auf!
Was sie noch erwähnen könnte: Meine Gesundheits-App sagt, die Uhr meldet seit über einer Woche einen „erhöhten Ruhepuls“. 😉
Seite ?, „Auto & Motor“: „Ampel-Urteil“: Eine Radfahrerin, die fünf Minuten an einer roten Ampel wartete, die nur auf Autos reagiert, fuhr vorsichtig über die Kreuzung. Sie erhielt 100 Euro Strafe und einen Punkt. Sie klagte. Sie gewann. Traurig nur, daß das bis zum OLG Hamburg gehen mußte. Man müßte den Fall genauer anschauen, aber man fragt sich, wer hier mit Steuergeldern so verschwenderisch umgeht. Die Frau hätte von mir Schadenersatz zugesprochen bekommen. Drei Minuten warten muß reichen. Mehr würde ich als unzumutbar definieren. Ich beobachte oft Fußgänger an roten Ampeln. Sie warten eine Minute etwa – und dann gehen sie. Ich habe die Zeiten nicht genau gemessen. Aber ich habe ein Gefühl dafür, weil ich trotzdem stehenbleibe, wenn kleine Kinder in der Nähe sind. Diese Ampel hätte nie genehmigt werden dürfen in meinen Augen. Ich denke, erst Amtsgericht, dann Landgericht. Ab da wohl Anwaltszwang. Hut ab und auf vor der Leistung dieser Frau! „Az. 5 ORbs 25/23“. Auch an diesen Feinheiten und kleinen Details sieht man, wie groß der Reformbedarf in Deutschland inzwischen geworden ist.
Die Zeitung gefällt mir gut. Kein Trump-Bashing. Kein Rußland-Bashing. Kaum Klima-Panik. Es würde mich nicht wundern, wenn die Auflage der „tz“ steigt. Auch über die starke Kritik in den Meinungskommentaren bin ich verwundert und – ehrlich gesagt – positiv überrascht.