Diese Buchbesprechung bezieht sich auf die Ausgabe „erzählt von André Marx“, erschienen in: „Frankh-Kosmos Verlags GmbH & Co., Stuttgart“, 1997 – ISBN: 3-440-07263-0, 126 Seiten – dahinter noch eine weiter Seite mit Werbung.
Ursprünglich dachte ich immer, die drei Fragezeichen-Bände mit dem „Hitchcock“-Konterfei-Logo auf dem Buchrücken – und es steht auch „Alfred Hitchcock“ auf der Titelseite – seien die „ganz alten“.
Dem scheint aber nicht so zu sein. „Based on characters by Robert Arthur. This work published by arrangement with Random House, Inc“ steht auf der Impressums-Seite.
Die Zielgruppe sind wohl Kinder und Jugendliche. Die Kapitel haben bekannte Filmtitel im Namen wie z.B. „Für eine Handvoll Dollar“ oder „Eine Frage der Ehre“, die dieser Zielgruppe wohl unbekannt sein könnten.
Beim ersten Lesen stutzte ich, denn offenbar fahren die drei Detektive mit dem Auto und haben Freundinnen. Aber sie gehen noch zur Schule. Immerhin.
Kurz zum Inhalt:
Es sind Ferien. Nach einer etwas albernen Tennisballschlacht kommt ein Anruf, Bobs Vater erteilt einen Auftrag, sie sollen Fotos machen vom Filmfestival für die Zeitung.
„nur weil die Limousine von Jodie Foster vorbeifährt“ (S. 11), daran merkt man, das Geschehen wurde etwas aktualisiert. Es gibt aber trotzdem noch keine Mobiltelefone.
Auf Seite 20 ist man schon mitten im Geschehen, ein als „Rabe“ verkleideter Dieb stiehl offenbar Schmuck. Die Detektive verfolgen ihn, aber er kann artistisch immer entwischen.
Die Buchseiten sind recht dick, die Schriftart hat Serifen – dafür vergebe ich einen Sonderpunkt -, viel wörtliche Rede. Es dürfte sich für Kinder gut lesen.
Auf Seite 41 geht es darum, eine Kassette – mit einem Rätsel vom „Raben“ – abzuhören, aber Peter hat seinen „Walkman dabei“ – kein Kind dürfte heute mehr wissen, was das einmal gewesen ist.
Leider kommt auch dieses Buch ohne mit Belehrungen und Angstmacherei: „Es war tatsächlich ungewöhnlich heiß für diese Jahreszeit, und er hatte sich während der Fahrt des Öfteren gefragt, ob dies bereits die Auswirkungen der durch das Ozonloch bewirkten Klimaveränderungen waren“. (S. 15).
Die älteren unter uns wissen ja noch, daß das Ozonloch durch FCKW erzeugt wurde und nachdem dies verboten wurde, ist irgendwie wieder alles in Ordnung, jedenfalls liest man nichts mehr darüber und jetzt ist es ja eher allgemein der „menschengemachte Klimawandel“.
Ich spreche lieber vom „klimagemachten Menschenwandel“.
Wie auch immer, das Buch wäre ohne diesen Satz besser.
Übrigens – nur nebenbei bemerkt: Ich habe die FCKW-Hypothese nie geglaubt, weil mir das Ozonloch zu örtlich ist. Es müßte gleichverteilt sein. Die Schicht müßte um den Erdball gleich verteilt abnehmen – oder zumindest über den Industriezentren zuerst schrumpfen. Die Schwankungen werden meiner Meinung nach auch nicht sauber von der FCKW-Hypothese erklärt. Dies ist ein statistisches Argument und ich kenne einige Rechtfertigungen und „ad-hoc-Hypothesen“, um die „menschengemachte Ozonloch“-Theorie zu retten, aber sie haben mich bislang nicht überzeugen können. Angeblich hätten die FCKW-Verbote ja gewirkt. Für mich könnte dies auch eine Scheinkorrelation sein. Ich prophezeie in den nächsten Jahren eine Vergrößerung des Ozonlochs. Meine Vermutung ist eher, daß die Sonnenaktivität die entscheidende Rolle spielt – aber ich habe mich nicht intensiv damit beschäftigt, weil bisher niemand diese Forschung finanzieren wollte.
Dies hat mich jetzt etwas von der Buchbesprechung weggebracht – somit nun weiter im Text.
Das Buch ist flott geschrieben. Der gesamte Handlungsort ist der Großraum Los Angeles, die drei Fragezeichen fahren somit nicht nach „Rocky Beach“. Sie sind mit den Fahrrädern oder mit dem Taxi unterwegs – was sie eine Stange Geld kostet. Morton und der Rolls-Royce tauchen nicht mehr auf.
Die Geschichte ist bis zum Schluß sehr spannend erzählt. Der bekannte Plot, daß sie vom Polizisten nicht ernst genommen werden, wird hier auch aufgegriffen.
Das Ende ist überraschend, aber leider nicht ganz in sich glaubwürdig, denn es gab ein Gerangel und direkten Körperkontakt mit dem „Raben“ und da hätte eine Eigenschaft auffallen müssen.
Aber gut, es stirbt keiner, es geht gut aus, es ist mir kein Rechtschreibfehler aufgefallen, der verwendete Wortschatz ist umfangreich, somit eine Empfehlung von mir.
Es gibt noch weitere Internet-Seiten dazu:
- https://diedreifragezeichen.fandom.com/wiki/Die_Spur_des_Raben
- https://www.diedreifragezeichen.org/die-drei-fragezeichen-folge-75-die-spur-des-raben/