Das Einhüllungs-Umschlag-Titelbild ist „Meine Währung / Euer Problem“, mit einer 1 US-$-Note und dem Konterfei von D.T.

Auf der eigentlichen ersten Seite ist der Haupttitel „Merz bestätigt Gespräche über Nuklearschirm“. Gut, hier wird offensichtlich ein neues Faß aufgemacht. Ansonsten nichts zu Gold oder Silber oder Rohstoffe auf der ersten Seite, auch nichts zur US-Notenbank. Diese Artikelauswahl kann ich nicht nachvollziehen. Der Vorteil als Leser: Man spart Zeit. Der Nachteil: Man ist schlecht informiert, wo gerade die Musik spielt.

Auf der Innenseite links wieder einmal eine Luxusuhren-Werbung. Mir fällt auf, daß sich die Werbung häuft. Einen Artikel dazu habe ich noch nicht gelesen.

Auf Seite 5 ein sehr gutes Editorial, vom Chefredakteur Sebastian Matthes. Ich gebe ihm inhaltlich recht. Der Artikel kommt allerdings über zwei Jahre zu spät – da begann ich zu beobachten, daß Kunden Arbeitsplätze abbauen. In meinen Augen müßte man nicht alles über Bord werfen, sondern an kleinen aber entscheidenden Stellschrauben nachjustieren: Es muß sehr einfach werden – dauerkranke Arbeitnehmer zu entlassen. Aus sozialpolitischen und versicherungsrechtlichen Überlegungen ist dies natürlich „unfair“, aber ein kleiner Arbeitgeber kann nicht eine kranke Person finanzieren. Die Produktivität ist einfach nicht da. Das kann im Grunde nur der Staat, einen zweiten oder dritten Arbeitsmarkt aufbauen, und volkswirtschaftlich ist das auch sinnvoll. Aber ein Unternehmer stellt jemanden nur ein, wenn er ihm unter dem Strich mehr bringt als kostet. Das ist in einer Unternehmung der einzige Grund und darf es auch nur sein. Also müßte es so sein: Sobald jemand erkrankt und die Dauer der Krankheit z.B. drei Monate übersteigt, verfällt die Stelle und die Arbeitslosenversicherung übernimmt die Kosten. Der Autor verweist auf das Beispiel Dänemarks mit der Übernahme von 90 % des vorherigen Gehalts durch eine Arbeitslosenversicherung – und daran hätte sich Deutschland orientieren sollen in meinen Augen, als vor einigen Jahren die Arbeitslosenversicherung stark kritisiert wurde, als öffentlich wurde, daß etwa nur 10 % in der Vermittlung arbeiten (wenn ich mich nicht irre). In Deutschland müßte man wohl als erstes hier bei einer Reform ansetzen. Egal, der Artikel ist gut, er verweist in mein Problem auf ein „A“-Problem in der „A-B-C-Analyse“ und er ist auch nicht zu lang.

Seite 6 bis zehn der Titel „Meine Währung, euer Problem“. Der Spruch ist alt. Er trifft heute aber in meinen Augen so nicht mehr zu. Der Artikel ist auch nicht aktuell, das ist seit langem bekannt. Seit langem bekannt – die älteren unter uns wissen es auch – der US-$ bewegte sich lange zwischen 1,26 € und 1,28 €. Somit geht in meinen Augen der Artikel am eigentlichen Ziel vorbei und ich vermute – es ist nur eine vollkommen unfundierte Vermutung, ich habe es nicht recherchiert – dem Autorenkollektiv fehlt ein „Veteran“. Es gibt auch etwas positives – die Statistiken am Artikelrand. Ansonsten kommen mir die Zwischenüberschriften mit einzelnen Punkten etwas seltsam vor, komplett abstrus wird es in meinen Augen bei „III. Die Europäer leiden – und Deutschland ganz besonders“, wo der Absturz der SAP-Aktie (14 % minus am Donnerstag, Siemens offenbar wieder der stärkste Wert) in einen Zusammenhang mit dem Titelthema gebracht wird. Spätestens hier hätte ich als Chefredakteur den Artikel zur Überarbeitung wieder zurückgegeben. Unter Punkt IV wird der „Big Mac Index“ erwähnt, das hätte man noch ausbauen können, eben z.B. die Entwicklung im Euro-Raum oder die Preissteigerung in den USA. Wer kürzlich in den USA war, weiß, wie gerade hier die Preise angezogen haben. Der „One Dollar Whopper“ ist lange passé. Unter Punkt V. wird darauf verwiesen, daß die Versicherungsgesellschaften frei seien, „strikt nach Rendite anlegen und keiner Regierung weisungsgebunden sind“. Das kann man so meiner Meinung nach nicht stehenlassen. Empirisch ist völlig klar: Viele Versicherer müssen indirekt Staatsanleihen kaufen („Solvency II“, 0 % Risikofaktor, null Hinterlegung von Eigenkapital). Dies wurde seinerzeit stark kritisiert, denn jedem, der volkswirtschaftlich langfristig denkt, ist klar, was das bedeuten kann. Das ist in meinen Augen ein größeres Problem – schon immer – und ein großes Problem scheint auch zu sein, daß in dem Autorenkollektiv das keiner zu wissen gehabt schien.

Seite 11, „Powell bleiben 100 Tage“. Äh, das hätte meiner Meinung nach auf Seite 1 gehört.

Seite 12, in meinen Augen wieder einmal ein Artikel, um F.M. irgendwie im Gespräch zu halten.

Seite 13, ein Artikel zur Schuldenbremse. Schön, daß er neben dem Artikel zu F.M. steht. Ich habe schon seit einiger Zeit das Gefühl, daß jemand in der „Plazierungs-Abteilung“ sehr perfide Hinweise gibt, sozusagen dem Leser kein „zwischen den Zeilen“ sondern ein „zwischen den Seiten“ realisiert und sich auf die Schenkel klopft, weil es kaum einer merkt. Artikel zur „Schuldenbremse“ lese ich grundsätzlich nicht mehr sorgfältig, sondern überfliege sie nur noch. Es wird immer irgend eine „Krise“ geben, die „gerade jetzt“ eine „Aufweichung“ erfordert. In meinem Umfeld höre ich mir immer gut an, was 90 % so sagen, was auf der „Agenda“ steht und da sieht man, daß „Le Bon“ immer wieder recht zu geben ist.

Man muß sich ja nur einmal die zeitliche Entwicklung der Schulden anschauen – nicht nur in Deutschland, sondern in den USA. Und zwar einmal nicht nur die Schulden in allen Sektoren, sondern nur die der öffentlichen Hand.

Da frage ich mich immer: Glauben die Leute das selbst? Ich denke: Ja. Ich glaube hier nicht an eine Verschwörungstheorie. Es glauben – in meinen Augen volkswirtschaftlich „in einfacher Sprache“ gebildete – immer wieder auch formal hochgebildete Menschen, daß man „aus den Schulden durch Wachstum sich herausarbeite“ könne. Das glaube ich so nicht. Woher soll denn das Wachstum kommen? Im Grunde kommt das Wachstum immer nur von den „kleinen Selbständigen“. Die sind entscheidend. Daraus entstehen große Unternehmen – oder auch nicht. Wenn ich mit einem „Lieferkettengesetz“ oder einer „Schaufensterfolienbeklebungsverordnung“ dafür sorge, daß er mehr verwaltet als gestaltet – dann wird er irgendwann, wenn der Bogen überspannt ist, seinen Laden einfach dichtmachen und die Angestellten entlassen. Erst wenn der letzte kleine Selbständige zugemacht hat, werdet ihr merken, daß der Mitarbeiter im Amt von ihm bezahlt wurde – und nicht anders herum. Bei vielen (vor allem von Angestellten, 95 % in meinem Umfeld) ist diese Erkenntnis noch nicht angekommen und erst, wenn wir bei fünf Millionen Arbeitslosen sind, wird es ein Umdenken geben können, so ist meine Meinung und Einschätzung.

Seite 14, Iran-Konflikt.

Seite 15,“Pistorius hält an Fregatten-Politik fest“. Bei dem Artikel wußte ich nicht, ob ich lachen oder weinen sollte. Offenbar soll die „F-126“ in einer niederländischen Werft gebaut werden. Offenbar könnte die Taufe erst im Jahr 2032 sein. Das war der Punkt, wo ich fast weinen mußte. Seit über 20 Jahren sage ich, baut Marineschiffe in den Werften in Rostock, Stralsund und Greifswald. Die notwendigen Mittel werden sonst aus einem anderen Topf kommen, Transferleistungen letztlich sind hier volkswirtschaftlich notwendig – weil das Airbus-Werk in Rostock nicht gebaut wurde. Das war in meinen Augen ein spektakulärer politischer Fehler – an den sich aber 99 % in meinem Umfeld nicht erinnern. Ich bin immer wieder verblüfft, wie wenig Vorbildung viele meiner Gesprächspartner letztlich doch haben. Viel Dogmatismus, aber wenig Fundament. Egal, jedenfalls war das der Punkt, wo ich lachen mußte, denn: Mir hat keiner zugehört. Bis heute nicht. Aber der Tag wird kommen. Das wird der Tag sein, an dem ich vor Freude weinen werde müssen und ich hoffe nur, daß die Werften dann nicht einem ausländischen Konzern gehören.

Seite 16, „Baubranche ist skeptisch beim Gebäudetyp E“. Es fehlt in meinen Augen der Verweis auf die „WBS 70“. Meine alte These, beim „Handelsblatt“ fehlen die „Veteranen“. Irgendwie wird hier ständig das Rad neu erfunden. Jedenfalls könnte die These stimmen, „ab 50 % Staatsquote beginnt der Sozialismus“ und dieser Artikel zeigt in meinen Augen eindeutig, daß hier in einem zentralen staatlichen Bereich, nämlich dem „Massenwohnungsbau“ Lösungen beschritten werden, die eigentlich aus einer verfemten Ecke kommen. Denn letztlich sollten alle wissen: Sozialismus ist eine wunderbare Idee. Aber er funktioniert empirisch nicht. Meine These ist ja, es liegt daran, daß im Sozialismus die falschen Personen in Leitungsfunktionen kommen. Letztlich hängt alles von der Besetzung der Spitzenpositionen ab. Ein General entscheidet im Kriegsfall über das Schicksal von 100000 Soldaten. Ein Konzernchef ebenso über Wohl und Wehe der Firma. Deshalb sollten Besoldungen von Firmenchefs auch in Aktienoptionen erfolgen, die extrem langfristig laufen. Evtl. wäre es dann nicht zum Kauf von Monsanto gekommen. Ich schweife ab. In meinen Augen braucht Deutschland keine Wohnungen, sondern ein Schrumpfungskonzept. Ich war am Wochenende in einer Kleinstadt. Die kleinen Städte sterben – vor aller Augen. Leerstand allüberall. Nur: Schweigen. Tosendes Schweigen. Und keiner greift das Thema auf. Zur „Stadtbild“-Debatte schreibe ich hier nichts mehr (nur noch in meinem „Substack“, wegen US-Freiheit der Rede), jeder kann das selbst erforschen. Einfach in eine Kleinstadt fahren und durch einen Park gehen. So einfach kann es im Leben manchmal sein! Alles andere ist dann Dogmatik.

Ich überspringe einige Artikel, in meinen Augen zu wenig „Butter bei de Fische“ (angeblich kostete dieser Slogan eine Million, das fällt mir hier nur ein, mir fehlt hier immer noch der Beleg, ich freue mich über einen Kommentar).

Auf Seite 20, ein kleiner Artikel zu England, der hat es aber in sich: En passant wird darauf hingewiesen, daß „Reform UK“ mit 10 % vor Labour führt: „Dabei setzt Farage wie Trump vor allem auf den Unmut der Briten über die unkontrollierte Einwanderung und verspricht Massendeportationen“. In meinem Umfeld redet niemand mehr über den „Brexit“ – in meinen Augen war er aber entscheidend für das Schicksal der EU. Denn damit brach ein in meinen Augen entscheidender Nettozahler weg. Es wird in meinen Augen so sein, daß die EU früher oder später „Eurobonds“ ausgeben muß, um die sich abzeichnenden riesigen Ausgaben zu finanzieren. Und UK könnte – wenn Farage die Wahl gewinnt und der nächste Premierminister werden wird – enger an die USA heranrücken. Für Deutschland in meinen Augen – empirisch, über lange Zeiträume gesehen – eine äußerst fatale Entwicklung. Die deutsche Außenpolitik hätte hier lange gegensteuern müssen in meinen Augen, hat aber statt dessen, seit A.M. und dem Schicksalsjahr 2015 – diese Entwicklung statt dessen befördert. Eine in meinen Augen spektakuläre politische Fehlentscheidung – und von 90 % meiner Mitbürger noch nicht einmal erkannt. Wie kann man Lösungen von jemand erwarten, der das Problem noch nicht erkannt hat? Ich habe auch nie verstanden, warum „bunt“ besser als „weiß-blau“ ist. Hier wird ein Feld für die neueste Geschichte entstehen, ich führe letztlich schon viele qualitative „Tiefen-Interviews“, über die Gründe, die Motive. Hier bin ich noch ganz am Anfang, die Dimensionen erst zu finden und würde mich über Förderung freuen (siehe www.soziologie.science). Vielleicht, das habe ich an anderer Stelle bereits als Hypothese formuliert – könnten sich Bayern und Österreich noch irgendwie „retten“. Der Preis wäre aber hoch. Große Teile des (ehemaligen) „Rest-Preußen“ sind aber in meinen Augen letztlich „gekippt“. Die Demographie hat ja nicht nur eine, sondern zwei Tücken: Bei 1,2 Kindern pro Frau schrumpft die Bevölkerung. Wenn es aber einen Zuzug mit einer höheren Geburtenrate bei Transferleistungsempfängern gibt, ändern sich die Verhältnisse – mathematisch quantitativ und qualitativ. Propheten schauen in die Schulen – und in die Altersheime. Ich kann jedem nur empfehlen, einmal ein Altersheim zu besuchen. Und sich einmal in ein Café zu setzen vor einer Schule und einfach nur zu beobachten.

Seite 21, der „Behörden-Baukasten“. Digitalminister, eine Technologieplattform, der „Deutschland-Stack“. Es fehle ein „gemeinsames technisches Fundament“. Das schreibt man – so meine Meinung – wenn niemand etwas zustande gebracht hat und man „turft“ die „Schuld“ ab. Hier ist der Bund aber meiner Meinung nach komplett unschuldig. Die Länder hätten – im Wettstreit der Systeme – eigene Entwicklungen hervorbringen können. Oder man vereinbart: „Ich mache Einwohnermeldeamts-Software, Du machst die kommunale Abgaben und Hundesteuer-Software“. Statt dessen: In meinen Augen spektakuläre politische Fehlentscheidungen, ich habe das an anderer Stelle bereits ausgeführt, hier schreibe ich jetzt dazu nichts mehr, ich glaube nicht, daß es hier den großen Wurf kurz- oder mittelfristig noch geben wird. Es wird ein Weitergewurschtel sein. Die Deutschen nehmen ja auch hin, daß die Bahn einfach ausfällt (meine S-Bahn am Samstag – in der App lange als „Verbindung“ anzeigt, dann „Fahrt entfällt“, ex post), am Sonntag kam die Durchsage „der Zug hat eine halbe Stunde Verspätung“, hatte er dann aber doch nicht, statt dessen die S-Bahn, die eigentlich pünktlich fahren sollte (laut allen Anzeigen und der „App“), blieb dann fünf Minuten stehen. Auch bei der Bahn glaube ich nicht, daß sich hier kurz- oder mittelfristig etwas ändern wird. Entscheidend und absolut entscheidend ist hier in meinen Augen die Besetzung der Spitzenpositionen – und zwar mit IT-Experten. Das ist letztlich alles IT. Ich kenne so viele „ITler“, die nicht programmieren können. Man braucht aber Programmierer und nicht jemand, der in einer Web-Oberfläche etwas „zusammenklickt“. Das ist dann auch alles viel zu langsam, wenn alle Module zusammenkommen, rein von der Geschwindigkeit der Programme her. Kein einziger der jüngeren Programmierer konnte mir erklären, was ein Taktzyklus eigentlich genau ist. Das wird offensichtlich nicht mehr gelehrt. Kein Wunder, daß viele modernen Programme kaum mehr zu bedienen sind, weil auch die Oberfläche sich ständig unter dem Mauszeiger neu aufbaut – oder, auch bei neueren Linux-Versionen, man wechselt zu einem Fenster, beginnt zu tippen – und die ersten Buchstaben verschwinden im Nirvana.

Ich rate dringend dazu, wirklich fitte Programmierer in die Spitzenpositionen zu bringen – und die sollen sich ihre Leute dann selbst aussuchen und nicht von irgend einer Stelle „vorgesetzt“ bekommen. Es reicht ein einziger „Guru“ an der richtigen Stelle für den Erfolg eines IT-Projekts. Aber der muß auch in Ruhe arbeiten können und seine Entscheidungen müssen durchgesetzt werden.

Ich glaube auch nicht, daß sich in Sachen „Open Source“ unter dem jetzigen Personal, also F.M. und M.S. in Bayern, noch etwas tun wird.

„Meinung und Analyse“, meine Lieblingsseite inzwischen, nicht wegen der Meinungsartikel (schön, daß in einem Artikel einmal Alltagsprobleme wie Kinderbetreuung, S-Bahn und hohe Mieten zur Sprache kamen ein Grund für die demographische Katastrophe in meinen Augen), aber ansonsten die „Außenansichten. Dieses Mal:

  • „The Sydney Morning Herald“: Zur Entscheidung der US-Zentralbank, „nichts“ zu tun und die Zinsen (bei 3,75 %) unverändert zu belassen.
  • „Guardian“: Früher eine meiner Lieblingszeitungen, hier eine Meinung zur Neuordnung der UK-Politik und dem UK-Sino-Verhältnis unter D.T.
  • „Dagens Nyheter“. Eine neue Perspektive auf Grönland, lesenswert.

Mein Mantra: Gehalt verdoppeln, Orden vergeben, ihn oder sie in einen Raum einsperren mit den ganzen Zeitungen und bitte eine Doppelseite produzieren. Es sollte auch bitte immer, wirklich immer, eine französische Zeitung zu Wort kommen! Das Ignorieren durch die deutsche Politik – anders kann man es in meinen Augen nicht mehr nennen – halte ich für grob fahrlässig und guter Journalismus sollte unabhängig von politischen Moden oder Befindlichkeiten sein. Auch polnische Zeitungen sollten bitte zu Wort kommen. Als ich – es ist schon einige Zeit her – in Polen war, sah ich in Warschau Kräne, viele Kräne. Die polnische Zentralbank kauft Gold. Ich habe den Eindruck, Polen hat eine „neue“ politische Ideenskizze und verfolgt eine eigene Politik. Dies könnte wirtschaftlich und sozialökonomisch belohnt werden.

Auf Seite 24 ein Gastkommentar, Deng Hongo, der chinesische Botschafter in Deutschland. Leider hat er nicht erwähnt, daß Deutschland an China Entwicklungshilfe bezahlt. Es fehlt auch ein Artikel auf der Seite daneben dazu.

Hier steht dafür (Seite 25) ein Artikel von Bert Rürup, mit dem Untertitel „Deutschlands Exporte schrumpfen seit drei Jahren, obwohl der Welthandel wächst“. Preisfrage: Was könnte das bedeuten? Der Artikel ist in meinen Augen in zwei Teile zu spalten: Mit dem ersten Teil gebe ich ihm in fast allem recht. Statistiken, Aufweis der Realität, sogar ein ‚Dank der ökonomischen Revitalisierung durch die Reformen der Agenda 2010 wurde das zurückliegende Jahrzehnt zur „Goldenen Dekade“‚. Dann allerdings, leider ein Verfall in alte Denkmuster und reflexartige Schuldzuweisungen („von der AfD geschürte Fremdenfeindlichkeit“), schließlich gelte „es, die Erwerbsbeteiligung zu erhöhen“ (äh, Hallo, wen ich die Erwerbsbeteiligung – das kann letztlich nur die weibliche Erwerbsneigung hier meinen, verschärfe ich das demographische Problem ja noch weiter!). Auch einem Herrn Rürup sollte inzwischen aufgefallen sein, daß eine unkontrollierte Zuwanderung nicht nur eine Lösung, sondern auch ein Problem sein kann. Somit kann man sich das Lesen des Artikels ab einem gewissen Wissensniveau sparen, der erste Teil ist ansonsten für einen Einstieg in die „Realitäts-Materie“ durchaus lesenswert. Der zweite Teil kommt mir bei nochmaligem kritischen Lesen etwas erratisch vor, evtl. wurde er von einem anderen Autor geschrieben oder ein längerer Text stark gekürzt, irgendwie wird die „Unterstützung der Ukraine“ noch eingebracht, „mutige Reformen“ gefordert (welche konkret, der Handlungsspielraum ist doch angesichts der Haushaltslage denkbar gering). Ich empfehle hier noch einmal dringend, sich die Videos auf „alternativen“ Video-Plattformen anzusehen, wie dieser Krieg tatsächlich geführt wird. Bildung ist eine „Hol-Schuld“, nicht eine „Bring-Schuld“. Immerhin, man kann eines positiv sehen, was in dem Artikel nämlich nicht steht: „Klima“. Vielleicht verliert die „Klimakirche“ angesichts von > drei Millionen Arbeitslosen (offiziell, mit Dr Hinner-Korrekturfaktor dürften es inzwischen sechs Millionen sein) an Verehrung.

Seite 26, „Tesla-Chef Musk setzt jetzt alles auf KI“, Modelle S und X werden eingestellt. Im Artikel „Auch die Erösung aus dem Zertifikatehandel sanken“. Dieser Zertifikatehandel ist in meinen Augen eine versteckte Subvention und sollte sofort abgeschafft werden. Und beim Lesen des Artikels kam mir der Gedanke: Evtl. verliert Musk die Freude am Fahrzeugbau und geht Richtung Roboter. Bei dem Artikel fiel mir auch wieder auf, daß oft Absätze fehlen oder die Artikel irgendwie schwer strukturiert sind („[…] gilt als Flop. Seinen bisherigen Höhepunkt […]“. Ich möchte nicht zuviel zitieren, aber hier ist der Bezug der Absatzzahlen unklar und ein Absatz hätte hier eine Trennung bewirkt, die eine klarere Struktur einbringt.

Beim Artikel auf Seite 32, „Ohne Pilot am Himmel über Hefei“ denkt man als Münchner natürlich an die pleite gegangene Firma „Lilium“. Leider wird diese nicht erwähnt, dafür aber,daß „Feuerzeuge und Ladegeräte“ strikt verboten seien. Offenbar fehlt hier ein Lektor, denn es sind wohl eher „Powerbanks“ oder „Akkus“ gemeint – gut, im weitesten Sinne auch ein „Ladegerät“, aber was ist dann ein „Netzteil“?

Seite 34, „Deutsche Bank überrascht Analysten“. In meinen Augen ist der Zustand des deutschen Bankensektors ein „A-Problem“ – oder sollte für die deutsche Politik eines sein. Hier brennt in meinen Augen der Baum – und das nicht erst seit gestern. Schön, daß der Artikel nur eine Seite hinter der Heftklammer kommt. Yasmin Osman ist eine der Autorinnen, die ich seit vielen Jahren absolut bewundere. Das nächste Mal bitte auf Seite 3. Egal, über was sie schreibt.

Seite 36, „Bringt dieses Modell die Wende bei Mercedes?“. Mir ist die Strategie von Ole Källenius nicht klar, ich habe an anderer Stelle viel dazu geschrieben. Ein zentrales Problem ist in meinen Augen die „MB.OS“-Software. Ein Kunde wollte von mir einmal eine Datenbank mit Steuergeräten in Auftrag geben, aus Kalifornien, weil dieser Bundesstaat die weltweite Entwicklung stark beeinflußt, da dort die Normen entstehen, die dann übernommen werden müssen. Somit habe ich mich intensiv mit der Thematik beschäftigt und ich kann jedem Autohersteller nur immer wieder raten: Stellt einen fitten Programmierer ein, einen Guru. Der soll die Software selbst entwickeln. Das wird absolut zentral sein für die Zukunft und kein großer Autobauer wird sich hier auf einen Zulieferer verlassen können in meinen Augen. Das mit den Bildschirmen und dem „Infotainment“ und dem „selbstfahrenden Auto“ habe ich nie verstanden. Was ist denn der Kern der Marke „Mercedes“ oder „Daimler-Benz?“: „Sicherheit“. Sicherheit, Sicherheit und noch einmal Sicherheit. Es ist nicht Hollywood. Der Mercedes-Fahrer will sicher ankommen und noch besser ist „passive Sicherheit“, d.h.: „Ein Mercedes gefährdet seine Umwelt nicht“. Hier hätte der Focus liegen müssen. Niemals wird ein Auto, da bin ich sicher, mit dem aktuellen Ansatz der „KI“ und „Heuristik“, bei allen Umständen „selbst fahren“ können. Nachts im Regen, wenn sich in der Straße alles spiegelt? Bei Schnee und Eis, wenn die Fahrbahnmarkierungen fehlen? Wenn Gegenstände auf der Straße liegen? Jeder, wirklich jeder fitte Programmierer hätte das den Vorständen sagen können und auch müssen – in meinen Augen. Was aber Computer und Technik können, ist, weiter voráusschauen als der Mensch. Ist da ein unbeleuchteter Radler? Liegt da ein Roller? Verbirgt sich da ein Kind zwischen den Autos? Bewegt sich ein Mensch „unnormal“ und könnte auf die Straße taumeln? Nähert sich von rechts ein Fahrzeug und fährt evtl. über die Ampel? Ist ein Schlagloch auf der Straße? Hier hätte in meinen Augen Daimler-Benz sich hinentwickeln müssen, ich habe das immer wieder gesagt und statt dessen entwickelt Tesla die „Innenraum-Überwachung“ und kühlt das Fahrzeug, wenn sich ein Lebewesen darin befindet und das Fahrzeug in der Sonne steht. Für mich war das eine große Enttäuschung und seitdem warte ich auf ein Umsteuern der Firma. Als die versenkbaren Griffe kamen, auch bei Mercedes, habe ich nur noch mit dem Kopf schütteln können, da war mir klar, daß die ersten drei Führungsebenen neu besetzt werden müßten. Wenn ich nach „S-Klasse W223 Mopf“ recherchiere, kann ich es nicht eindeutig erkennen. Ich selbst werde sicherlich kein Fahrzeug kaufen mit versenkten Türgriffen.

Auf Seite 38 auch ein Artikel mit einer „A“-Thematik, Thyssenkrupp. Der Artikel ist gut. Es fehlt in meinen Augen der Verweise auf die größeren volkswirtschaftlichen Zusammenhänge, denn was bedeutet es für die deutsche Industrie, wenn es heißt, „Der Konzern kann sich derzeit keine Fehler leisten“. Es fehlt in meinen Augen der Verweis auf das Stahlwerk in Brasilien. Und es sollte in meinen Augen jedem klar sein: Die deutsche Politik dürfte einen Verkauf nach Indien nie zulassen. Was also ist die Position der deutschen Politik? Dies wird nicht erwähnt. Statt dessen scheint die „IG Metall“ den Verkauf „laut eigenen Angaben konstruktiv begleiten“. Da fragt man sich gleich mehr: Hat der Chefredakteur den Artikel gelesen? Schläft die deutsche Politik hier wirklich? Wird es so enden, daß die nächste oder übernächste Regierung die Stahlsparte zwangsweise renationalisieren muß und der Steuerzahler hohe Kosten zu tragen hat? Gut, die Stahlproblematik ist eines meiner (leider vielen) Spezialgebiete und ich denke mir immer, „es muß doch einen, nur einen, geben, der die Realität hier sehen kann außer mir“.

Ansonsten das übliche, Artikel zu ETFs, immer noch keine farbliche Strukturierung des Kursteils, „Sell USA“, „KI“.

Dann aber, völlig unerwartet, ein Artikel, der über alles gesehen für mich der Höhepunkt dieser Ausgabe ist: Seite 54, „Management“, „Der große Frust der Technik-Elite“, mit dem Untertitel: „Informatiker und Ingenieurinnen galten als sichere Gewinner auf dem Arbeitsmarkt. Von der versprochenen Job-Garantie ist wenig übrig geblieben. Viele Absolventen suchen vergeblich nach einer Perspektive. Betroffene erzählen von ihren Enttäuschungen“. Als Autorinnen werden angegeben: „Teresa Stiens, Franziska Telser“.

Der Artikel belegt mit Einzelbeispielen die Aussagen des Untertitels.

Sehr schön finde ich, daß ein Forschungsinstitut zu Wort kommt mit „Es herrsche aber immer noch ein Mangel“. Das ist auch meine Erfahrung. Ich selbst habe an den „Fachkräftemangel“ nie geglaubt. Ich habe das schon an anderer Stelle en detail ausgeführt. Und ich habe auch die Rückmeldung auf meine Nachfrage von einer deutschen Institution erhalten, daß es diesen Fachkräftemangel gäbe – mit Verweis auf ältere Zahlen. Nun gut.

Ein Informatik-Studium-Absolvent wird zitiert mit „Vor sieben oder acht Jahren mag es einen Fachkräftemangel in der Informatik gegeben haben“, „Inzwischen gibt es den in der Form meines Erachtens nicht mehr“.

Dieser Artikel sollte für diese Woche Pflichtlektüre sein. Nicht für die „Manager“, sondern für Schulleiter, Universitätsdozenten und Politiker.

In meinen Augen hat der Arbeitsmarkt schon lange komplett gedreht. Man muß sich nur einmal mit Eltern unterhalten, deren Kinder mit der Ausbildung fertig sind. Und zuhören. Ich sage immer, wer viel redet, kann nicht zuhören.

Ebenso kritisch ist in meinen Augen, und das sei hier noch erwähnt, der Zustand der aktuellen Arbeitsmarktforschung in der Soziologie. Hier rächt sich in meinen Augen das nahezu komplette Aufgeben der quantitativen Soziologie und der sozialökonomischen Perspektive. Zugunsten einer Art „Klima-Dogmatismus“ und einer Art Moralsoziologie. Die großen gesellschaftlichen Bewegungen wurden nach meinem Dafürhalten nicht mehr adäquat erfaßt, deskriptive Statistik gilt offenbar als verpönt und so hat sich eine ganze Disziplin fast schon selbst marginalisiert bei den „großen Themen“.

Noch eine Million“offizielle Arbeitslose“ mehr und dann könnte etwas gewaltig ins Rutschen kommen. Mein Lieblingsbeispiel inzwischen ist Kanada.

Dann wieder einige Artikel, die ich besser überspringe (Karl Valentin in Ehren, bevor I mi aufreg, iss ma liaba wuascht), bis zum Schluß, Seite 63, noch ein kleinerer schöner Artikel zu „Die unterschätzte Macht“, Untertitel „Ehefrauen und ehemalige Ehefrauen der Superreichen sind kein Beiwerk des Milliardärswesens. Sie sind Teil seiner komplexen Statik“. Man muß der Hypothese des Autors nicht zustimmen – ich tue es nicht – aber es ist schön, daß er diese Thematik überhaupt aufgreift und belegt. Wenn er ein Buch geschrieben haben sollte, würde ich es mir gerne ansehen und prüfen, ob er Thorstein Veblen mit „Theorie der feinen Leute“ zitiert. Falls ja, ändere ich meine Meinung, ziehe alles zurück, behaupte das Gegenteil und stimme dem Autor zu.

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